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2020 gibt es wie­der zahl­rei­che Geset­zes­än­de­run­gen

Viele Geset­zes­än­de­run­gen sind auch 2020 wie­der wich­tig für Un­ter­neh­mer – von der Aus­bil­dungs­teil­zeit über E-Au­­tos bis zum zen­tra­len Trans­pa­renz­re­gister. Fir­men­chefs soll­ten mit An­walt und Steu­er­be­ra­ter klä­ren, auf wel­che Neu­erungen sie re­agie­ren müs­sen.

Text: Midia Nuri


Auch die­ses Jahr müs­sen sich Unter­neh­mer und Ver­brau­cher wie­der auf zahl­rei­che Neue­run­gen im Bereich Steu­ern und Recht ein­stel­len. Man­che Geset­zes­än­de­run­gen für 2020 sind bereits zum 1. Januar in Kraft getre­ten, andere fol­gen in den nächs­ten Mona­ten. Einige Rege­lun­gen sind befris­tet. Und gleich eine ganze Reihe von Neue­run­gen betrifft Unter­neh­mer sehr grund­le­gend. Neben dem höhe­ren Min­dest­lohn sowie Ver­än­de­run­gen bei der Ein­wan­de­rung von Fach­kräf­ten kom­men bei­spiels­weise zusätz­li­che Mel­de­pflich­ten, die es in sich haben. Und in eini­gen Beru­fen gilt gleich zu Jah­res­be­ginn wie­der die Meis­ter­pflicht. Die Geset­zes­än­de­run­gen für 2020 bie­ten reich­lich Stoff für Gesprä­che mit Anwalt und Steu­er­be­ra­ter.

2020 bringt Geset­zes­än­de­run­gen rund um die E-Mo­­bi­­li­tät

Das Jah­res­steu­er­ge­setz (JStG) ent­hält einige Geset­zes­än­de­run­gen zum Thema Mobi­li­tät. Käu­fer von E-Fahr­zeu­gen kön­nen neben der nor­ma­len Abschrei­bung eine Son­der­ab­schrei­bung von 50 Pro­zent für Elek­tro­lie­fer­fahr­zeuge nut­zen. Vor­aus­set­zung ist der Erwerb eines neuen – bis­lang unge­nutz­ten – Elek­tro­lie­fer­fahr­zeugs mit Erst­zu­las­sung 2020. Die steu­er­li­che Ver­güns­ti­gung soll bis 2030 gel­ten. Bei der Gewer­be­steuer wird ab 2020 nur noch die Hälfte der antei­li­gen Lea­sing­ra­ten für Elek­tro- oder Hybrid­fahr­zeuge dem Gewer­be­er­trag hin­zu­ge­rech­net. Die Kauf­prä­mie für rein elek­trisch ange­trie­bene Fahr­zeuge steigt – abhän­gig vom Lis­ten­preis – auf bis zu 6.000 Euro. Bei Hybrid­fahr­zeu­gen sind es 4.500 Euro. Diese Rege­lung gilt bis Ende 2025. Zustän­dig für die Bewil­li­gung ist das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle (BAFA). Bei E-Fir­men­wa­gen soll auch die Bemes­sungs­grund­lage zur Ermitt­lung des geld­wer­ten Vor­teils bis 2030 redu­ziert blei­ben. Der Nut­zer muss – abhän­gig von Antriebs­art und Kauf­preis – nur 0,25 bezie­hungs­weise 0,5 statt 1 Pro­zent des Brut­to­lis­ten­prei­ses pro Monat ver­steu­ern.

Auch sonst ändert sich 2020 man­ches bei der Mo­bilität

Geset­zes­än­de­run­gen gibt es 2020 auch in ande­ren Berei­chen der Mobi­li­tät. Für Dienst­fahr­rä­der ver­län­gert der Gesetz­ge­ber die Steu­er­be­frei­ung bis 2030. Für Job­ti­ckets ist eine Pau­schal­be­steue­rung geplant. Arbeit­ge­ber dür­fen die Auf­wen­dun­gen des Mit­ar­bei­ters für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tätig­keits­stätte mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln im Lini­en­ver­kehr sowie die Steuer dafür mit pau­schal 25 Pro­zent über­neh­men – selbst wenn der Chef die Auf­wen­dun­gen nicht zusätz­lich zum Lohn über­nimmt. Für Dienst­rei­sen stei­gen 2020 die Ver­pfle­gungs­mehr­auf­wen­dun­gen. Die Pau­scha­len erhö­hen sich für 24-stün­dige Abwe­sen­hei­ten auf dann 28 Euro – von bis­her 24 Euro. Für An- und Abrei­se­tag sowie Abwe­sen­heits­tage über acht Stun­den steigt die Pau­schale von 12 Euro auf 14 Euro. Den Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug für Geld­bu­ßen, Ord­nungs- und Ver­war­nungs­gel­der von Gerich­ten oder Behör­den ande­rer EU-Mit­glied­staa­ten schließt eine Geset­zes­än­de­rung nun aus. Das gilt rück­wir­kend für alle ab 31. Dezem­ber 2018 fest­ge­setz­ten Beträge.

Steuer­be­frei­ung für Wei­ter­bil­dungen und Ge­sund­heits­för­derung

Wei­tere Geset­zes­än­de­run­gen bringt das Jah­res­steu­er­ge­setz bei Wei­ter­bil­dungs­leis­tun­gen. Es stellt Aus­ga­ben lohn­steu­er­frei, die der Arbeit­ge­ber für Maß­nah­men nach § 82 Abs. 1 und 2 SGB III auf­wen­det. Vor­aus­set­zung: Diese för­dern die Beschäf­ti­gungs­fä­hig­keit des Arbeit­neh­mers und gehen über eine reine Anpas­sungs­fort­bil­dung hin­aus. Mehr finan­zi­el­len Spiel­raum gewäh­ren die Geset­zes­än­de­run­gen 2020 der betrieb­li­chen Alters­vor­sorge. Die Bei­trags­be­mes­sungs­grenze (BBG) in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung steigt 2020 in den alten Bun­des­län­dern von 80.400 Euro auf 82.800 Euro, in den neuen Bun­des­län­dern von 73.800 Euro auf 77.400 Euro im Jahr. Das wirkt sich auf die betrieb­li­che Alters­vor­sorge (baV) aus. Arbeit­neh­mer kön­nen bis zur aktu­el­len Bei­trags­be­mes­sungs­grenze 4 Pro­zent ohne Abzug von Sozi­al­ab­ga­ben und 8 Pro­zent ohne Abzug von Steu­ern in eine Direkt­ver­si­che­rung, eine Pen­si­ons­kasse oder einen Pen­si­ons­fonds inves­tie­ren. Der maxi­male sozi­al­ab­ga­ben­freie Anteil der bAV steigt damit 2020 von 268 auf 276 Euro monat­lich. Der steu­er­freie Anteil erhöht sich von 536 auf 552 Euro.

Ent­schei­dun­gen über Teil­zeit künf­tig nicht mehr nur schrift­lich

Stel­len Mit­ar­bei­ter einen Antrag gemäß Teil­zeit- und Befris­tungs­ge­setz, ist dafür künf­tig kein unter­zeich­ne­tes Schrift­stück mehr nötig. Sie kön­nen dem Arbeit­ge­ber die ent­spre­chende Mit­tei­lung etwa zur neuen Ver­tei­lung der Arbeits­stun­den auch als Nach­richt per E-Mail zukom­men las­sen. Ein unter­zeich­ne­tes Schrift­stück – also die soge­nannte Schrift­form – ist nicht mehr erfor­der­lich.

Än­de­run­gen bei den So­zial­ver­siche­rungs­beiträgen

Der Bei­trag zur Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung sinkt per Geset­zes­än­de­rung ab Januar befris­tet bis Ende 2022 um 0,1 Punkte auf 2,4 Pro­zent. Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer zah­len davon je 1,2 Pro­zent. Der durch­schnitt­li­che Zusatz­bei­trag der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen – zusätz­lich zum all­ge­mei­nen Bei­trags­satz von 14,6 Pro­zent – steigt 2020 auch: von 0,9 auf 1,1 Pro­zent. Auch die Kos­ten für den Zusatz­bei­trag tei­len sich Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer seit 2019 wie­der.

Wei­tere Geset­zes­än­de­run­gen rund um die Mit­ar­beiter

Laut Jah­res­steu­er­ge­setz bekom­men ab 2020 auch Arbeit­neh­mer eine Steuer­identifikationsnummer, die in Deutsch­land nur einer beschränk­ten Ein­kom­mens­steu­er­pflicht unter­lie­gen, etwa Sai­son­kräfte. Arbeit­neh­mer kön­nen sie beim Betriebs­stät­ten­fi­nanz­amt des Unter­neh­mens selbst bean­tra­gen oder ihren Arbeit­ge­ber bevoll­mäch­ti­gen, den Antrag zu stel­len. Geset­zes­än­de­run­gen betref­fen auch den Wech­sel der Steu­er­klas­sen. Laut Büro­kra­tie­ent­las­tungs­ge­setz III kön­nen Ehe­leute künf­tig unbe­schränkt oft im Jahr eine Ände­rung der Steu­er­klasse bean­tra­gen. Dies bie­tet ver­hei­ra­te­ten Steu­er­zah­lern mehr Fle­xi­bi­li­tät, falls sich die Vor­aus­set­zun­gen zur Wahl der güns­tigs­ten Steu­er­klasse im Laufe eines Jah­res ändern. Dies ist bei­spiels­weise der Fall, wenn ein Part­ner stirbt oder sei­nen Job ver­liert.

Geset­zes­än­de­run­gen auch bei Flücht­lingen

Per Geset­zes­än­de­rung haben gedul­dete Flücht­linge, die eine Aus­bil­dung absol­vie­ren, seit 2016 durch das Inte­gra­ti­ons­ge­setz mehr Sicher­heit: Sie kön­nen wäh­rend der Aus­bil­dung nicht abge­scho­ben wer­den. Nur bei Aus­bil­dun­gen in Beru­fen wie Alten­pfle­ge­hel­fer oder Sozi­al­as­sis­tent griff diese Aus­bil­dungs­dul­dung bis­lang nicht. Diese Aus­nahme fällt nun weg. Die Aus­bil­dungs­dul­dung gilt künf­tig auch für aner­kannte Hel­fer- und Assis­tenz­aus­bil­dun­gen, wenn es sich um einen Eng­pass­be­ruf han­delt. Vor­aus­set­zung für einen Antrag auf Aus­bil­dungs­dul­dung und damit Beschäf­ti­gungs­er­laub­nis: der Besitz einer Dul­dung nach § 60a Auf­ent­halts­ge­setz seit min­des­tens drei Mona­ten. Wird die Aus­bil­dung wäh­rend eines lau­fen­den Asyl­ver­fah­rens begon­nen und der Asyl­an­trag abge­lehnt, ist der Antrag ohne War­te­zeit mög­lich. Erleich­te­run­gen gibt es auch bei der Beschäf­ti­gungs­dul­dung. Für mehr Pla­nungs­si­cher­heit gilt sie nun 30 Monate. Vor­aus­set­zung ist unter ande­rem, dass der Geflüch­tete vor dem 1. August 2018 nach Deutsch­land ein­ge­reist ist. Dass er seit min­des­tens zwölf Mona­ten in Deutsch­land gedul­det ist. Und dass seit min­des­tens 18 Mona­ten ein sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis besteht.

Geset­zes­än­de­rung er­leich­tert 2020 den Fach­kräf­te­zuzug

Fach­kräfte aus Dritt­staa­ten ohne Hoch­schul­ab­schluss dür­fen bis­lang nur in Deutsch­land arbei­ten, wenn sie in einem soge­nann­ten Eng­pass­be­ruf tätig sind. Etwa in der Alten­pflege. Ab März 2020 dür­fen alle Fach­kräfte arbei­ten – egal, wel­chen Beruf sie aus­üben. Vor­aus­set­zung ist, dass sie eine Job­zu­sage, einen dafür aner­kann­ten Berufs­ab­schluss sowie Sprach­kennt­nisse haben. Außer­dem dür­fen nicht mehr nur Aka­de­mi­ker ohne Job­zu­sage nach Deutsch­land ein­rei­sen und ein sechs­mo­na­ti­ges Visum für die Arbeits­platz­su­che bean­tra­gen. Dies gilt jetzt auch für Fach­kräfte mit abge­schlos­se­ner Berufs­aus­bil­dung. Vor­aus­ge­setzt sind ein aner­kann­ter Berufs­ab­schluss und ein gesi­cher­ter Lebens­un­ter­halt von min­des­tens 720 Euro pro Per­son.

Ab 2020 ist Aus­bil­dung auch öf­ter in Teil­zeit mög­lich

Ihre Aus­bil­dung in Teil­zeit absol­vie­ren dür­fen nun auch Aus­zu­bil­dende, die allein­er­zie­hend sind oder Ange­hö­rige pfle­gen. Auch Geflüch­te­ten, lern­be­ein­träch­tig­ten Men­schen sowie Men­schen mit Behin­de­run­gen steht die­ser Weg offen. Vor­aus­set­zung: Der Aus­bil­dungs­be­trieb stimmt zu.

Geset­zes­än­de­run­gen zu Sach­be­zü­gen und Gesund­heits­leis­tun­gen

Zu den Sach­be­zü­gen ist nun neu: Spen­die­ren Unter­neh­mer einem Mit­ar­bei­ter zusätz­lich zum ver­trag­lich geschul­de­ten Arbeits­lohn eine frei­wil­lige Son­der­zah­lung, kön­nen sie ab 2020 auf ein Pre­paid-Kre­dit­kar­ten­mo­dell zurück­grei­fen. Bei bestimm­ten Akzep­tanz­part­nern kann der Arbeit­neh­mer damit Waren oder Dienst­leis­tun­gen bezie­hen (Sach­be­zug) und ist von Steu­er­ab­zü­gen ver­schont. Ange­ho­ben hat die Bun­des­re­gie­rung zudem den Frei­be­trag für betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung. Bie­ten Unter­neh­mer beson­dere Gesund­heits­leis­tun­gen oder bezu­schus­sen diese, liegt der lohn­steu­er­li­che Frei­be­trag bei 600 Euro pro Arbeit­neh­mer und Jahr. Bis­lang lag der Frei­be­trag bei 500 Euro.

Auch Min­dest­lohn und Ta­rif­löhne stei­gen 2020 wie­der

Bei den Geset­zes­än­de­run­gen für 2020 geht es natür­lich auch um den Min­dest­lohn. Er steigt von bis­lang 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Die Ände­run­gen betref­fen neben allen voll- oder teil­zeit­be­schäf­tig­ten Mit­ar­bei­tern auch Aus­hil­fen oder Werks­stu­den­ten. Neben dem all­ge­mei­nen Min­dest­lohn stei­gen zudem die Tarif­löhne für zahl­rei­che Bran­chen: bei­spiels­weise in der Pfle­ge­bran­che, dem Dach­de­cker­hand­werk, dem Elek­tro­hand­werk oder der Gebäu­de­rei­ni­gung. Unter­neh­mer soll­ten beach­ten, dass even­tu­ell statt des Min­dest­lohns ein höhe­rer Tarif­lohn maß­geb­lich ist. Außer­dem soll­ten sie unbe­dingt prü­fen, ob für ihr Unter­neh­men – falls nicht ohne­hin tarif­ge­bun­den – eine All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung greift.

Geset­zes­än­de­run­gen zu Azubi­ge­halt und Kur­z­­frist-Aus­­hil­fen

Auch Aus­zu­bil­dende erhal­ten ab 1. Januar laut Gesetz zur Moder­ni­sie­rung und Stär­kung der beruf­li­chen Bil­dung eine Min­dest­ver­gü­tung. Im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr müs­sen Arbeit­ge­ber ihnen wenigs­tens 515 Euro pro Monat zah­len. Ab 2021 steigt der Azubi-Min­dest­lohn auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und von 2023 auf 620 Euro. Die Min­dest­ver­gü­tung steigt im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr um 18 Pro­zent, im drit­ten um 35 Pro­zent und im vier­ten um 40 Pro­zent. Aller­dings gel­ten Aus­nah­men, wenn Arbeit­ge­ber und Gewerk­schaf­ten für ein­zelne Bran­chen andere Ver­ein­ba­run­gen getrof­fen haben. Neues gibt es auch zur Pau­schal­be­steue­rung von Kurz­frist-Aus­hil­fen. Bis­lang durf­ten Arbeit­ge­ber bei kurz­fris­tig Beschäf­tig­ten – etwa Aus­hilfs­kräf­ten in der Land­wirt­schaft – eine pau­schale Lohn­steuer von 25 Pro­zent anset­zen, wenn der durch­schnitt­li­che Arbeits­lohn pro Arbeits­tag 72 Euro nicht über­stieg. Die­ser Grenz­be­trag erhöht sich nun auf 120 Euro.

Melde­pflicht für Mo­del­le zur Steu­er­ge­stal­tung ändert sich

Beach­ten soll­ten Unter­neh­mer 2020 auch die Geset­zes­än­de­rung rund um die EU-Richt­li­nie DAC6, die ab Januar in natio­na­les Recht umge­setzt wird. Das Gesetz legt Unter­neh­mern und ihren Steu­er­be­ra­tern eine umfas­sende Mel­de­pflicht zu Steu­er­ge­stal­tungs­mo­del­len auf. Dies betrifft alle vom EU-Amts­hil­fe­ge­setz umfass­ten Steu­er­ar­ten – also nahezu alle von den EU-Mit­glied­staa­ten erho­be­nen Steu­ern. Umsatz­steuer, Zölle und bestimmte Ver­brauch­steu­ern sind zwar aus­ge­nom­men. Auch muss die Steu­er­ge­stal­tung grenz­über­schrei­tend sein. Den­noch soll­ten Unter­neh­mer ihren Steu­er­be­ra­ter auf das Thema anspre­chen. Eine Pflicht zur Anzeige von rein inner­staat­li­chen Steu­er­ge­stal­tun­gen ist im Regie­rungs­ent­wurf nicht ent­hal­ten. Diese könnte aller­dings in einer spä­te­ren Geset­zes­än­de­rung fol­gen. Auch dies soll­ten Fir­men­chefs im Auge behal­ten.

Verschärf­te Mel­de­pflich­ten auch beim Transpa­renz­register

Eine Geset­zes­än­de­rung ver­pflich­tet Kapi­tal- und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten, nicht nur die wirt­schaft­lich Berech­tig­ten sowie Art und Umfang des wirt­schaft­li­chen Inter­es­ses zu benen­nen. Ab 2020 ist bei­spiels­weise auch die Staats­an­ge­hö­rig­keit offen­zu­le­gen. Pas­siert das nicht, dro­hen Buß­gel­der. Das sieht das Gesetz zur Umset­zung der Ände­rungs­richt­li­nie zur Vier­ten EU-Geld­wä­sche­richt­li­nie zu den Mel­de­pflich­ten im Trans­pa­renz­re­gis­ter vor. Zudem hat ab 2020 nicht mehr nur ein klei­ner Kreis inter­es­sier­ter Drit­ter Ein­sicht in das Regis­ter. Das Trans­pa­renz­re­gis­ter ist ab Jah­res­be­ginn öffent­lich ein­seh­bar.

Geset­zes­än­de­rung zur elek­tro­ni­schen Kas­se ernst neh­men

Ernst neh­men soll­ten Unter­neh­mer die Geset­zes­än­de­run­gen für elek­tro­ni­sche Kas­sen. Danach müs­sen soge­nannte digi­tale Auf­zeich­nungs­sys­teme ab 2020 über eine zer­ti­fi­zierte tech­ni­sche Sicher­heits­ein­rich­tung (TSE) ver­fü­gen. Unter­neh­mer aller Bran­chen sind ver­pflich­tet, ihre Kas­sen ent­spre­chend aus­zu­rüs­ten. Zwar gilt bis Ende Sep­tem­ber 2020 eine Nicht­be­an­stan­dungs­re­ge­lung. Den­noch soll­ten Fir­men­chefs das mit ihrem Steu­er­be­ra­ter bespre­chen – schon mit Blick auf das bereits bestehende Risiko einer unan­ge­kün­dig­ten Kas­sen­nach­schau. Unter­neh­mer, die eine tech­nisch nach­rüst­bare Regis­trier­kasse besit­zen, sind ver­pflich­tet, diese bis 30. Sep­tem­ber 2020 nach­zu­rüs­ten. Nicht nach­rüst­bare Kas­sen müs­sen bis Ende 2022 ersetzt sein. Zudem gilt: Unter­neh­men müs­sen bin­nen eines Monats dem Finanz­amt mel­den, dass sie eine elek­tro­ni­sche Kasse ange­schafft oder außer Betrieb genom­men haben. Bis 31. Dezem­ber 2019 gekaufte Kas­sen sind bis Ende Januar nach­zu­mel­den. Offene Laden­kas­sen ohne tech­ni­sche Unter­stüt­zung dür­fen Unter­neh­mer wei­ter benut­zen. Einen Beleg müs­sen Kun­den künf­tig immer erhal­ten – in Papier­form oder elek­tro­nisch.

Klein­un­ter­neh­mer dür­fen jetzt bis 22.000 Euro umset­zen

Bereits seit Jah­ren dis­ku­tiert und ein Teil der Geset­zes­än­de­run­gen 2020: Die Klein­un­ter­neh­mer­grenze steigt laut „Drit­tem Gesetz zur Ent­las­tung ins­be­son­dere der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft von Büro­kra­tie“ von 17.500 auf 22.000 Euro Umsatz.

Steuer­li­che For­schungs­för­de­rung ist be­schlossen

Nach lan­ger Dis­kus­sion tritt zum 1. Januar 2020 auch das „Gesetz zur steu­er­li­chen För­de­rung von For­schung und Ent­wick­lung“ in Kraft. Es zielt ins­be­son­dere dar­auf ab, die For­schung und Ent­wick­lung in klei­nen Unter­neh­men zu stär­ken. Die För­de­rung ist auf 500.000 Euro pro Unter­neh­men und Wirt­schafts­jahr begrenzt. Sie soll als staat­li­che Zulage zu den Per­so­nal­kos­ten die Liqui­di­tät for­schen­der Betriebe ver­bes­sern. Ist die For­schungs­zu­lage höher als die fest­ge­setzte Steuer, wird der Betrag als Steu­er­erstat­tung aus­ge­zahlt. So pro­fi­tie­ren auch Unter­neh­men von der Zulage, die sich in einer Ver­lust­phase befin­den und des­halb keine oder wenig Steu­ern zah­len.

Auf­be­wah­rungs­frist für Com­puter wird ver­kürzt

Nach einem IT-Sys­tem­wech­sel müs­sen Unter­neh­mer ihre Alt­com­pu­ter mit steu­er­lich rele­van­ten Unter­neh­mens­da­ten nur noch fünf statt wie bis­her zehn Jahre auf­be­wah­ren. Ist diese Frist abge­lau­fen, sind sie ledig­lich dazu ver­pflich­tet, die alten Dateien auf einem Daten­trä­ger zu spei­chern und auf­zu­be­wah­ren. Eine Ein­schrän­kung greift, sobald eine Betriebs­prü­fung beginnt. In die­sem Fall dür­fen Unter­neh­mer die Rech­ner samt Soft­ware bis zum Abschluss der Prü­fung nicht ent­sor­gen – selbst dann nicht, wenn die Fünf­jah­res­frist zwi­schen­zeit­lich abläuft. Geset­zes­än­de­run­gen ermög­li­chen Unter­neh­mern aus dem Hotel­ge­werbe, einen digi­ta­len Mel­de­schein zu nut­zen statt einen auf Papier. Zur Iden­ti­fi­ka­tion der Gäste dür­fen mel­de­pflich­tige Unter­neh­men nun auf die Ver­fah­ren der „star­ken Kun­den­au­then­ti­fi­zie­rung“ zurück­grei­fen, die seit 2019 durch die EU-Zah­lungs­dienst­e­richt­li­nie vor­ge­schrie­ben sind, oder Funk­tio­nen des elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­wei­ses nut­zen.

Meister­pflicht im Hand­werk wird 2020 wie­der aus­gedehnt

Die Meis­ter­pflicht gilt qua Geset­zes­än­de­rung ab 2020 wie­der in fol­gen­den Gewer­ken:

• Flie­sen-, Plat­ten- und Mosa­ik­le­ger
• Beton­stein- und Ter­razz­o­her­stel­ler
• Est­ri­ch­le­ger
• Behäl­ter- und Appa­ra­te­bauer
• Par­kett­le­ger
• Roll­la­den- und Son­nen­schutz­tech­ni­ker
• Drechs­ler und Holz­spiel­zeug­ma­cher
• Bött­cher
• Glas­ver­ed­ler
• Schil­der- und Licht­re­kla­me­her­stel­ler
• Raum­aus­stat­ter
• Orgel- und Har­mo­ni­um­bauer

Und die Bun­des­haupt­stadt hat 2020 einen Fei­ertag mehr

2019 hat das Land Ber­lin per Geset­zes­än­de­rung den Welt­frau­en­tag am 8. März zum jähr­li­chen Fei­er­tag gemacht. 2020 kön­nen sich die Ber­li­ner – zumin­dest ein­mal – über einen wei­te­ren Fei­er­tag freuen. Anlass ist ein Jah­res­tag: Am 8. Mai 2020 jährt sich zum 75. Mal die Befrei­ung vom Natio­nal­so­zia­lis­mus und das Ende des Zwei­ten Welt­kriegs.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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