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Abschrei­bung von Soft­ware hat es in sich

Die Ab­schrei­bung von Soft­ware ist eine Kunst für sich. Un­ter­schie­de bei Pro­gramm­ar­ten sind zu be­ach­ten so­wie die Fra­ge, ob sich GWG-Ab­­schrei­­bung lohnt. Was bei der An­schaf­fung von Soft­ware zu­nächst sinn­voll er­scheint, kann Be­trieb­e steu­er­lich in ei­ne Fal­le füh­ren.

Text: Midia Nuri


Das Thema Abschrei­bung ist ziem­lich kom­pli­ziert. Und es macht die Mate­rie nicht gerade ein­fa­cher, dass Unter­neh­mer die Moda­li­tä­ten bis zu einem gewis­sen Grad selbst gestal­ten kön­nen. Bei­spiels­weise beim Ansatz gering­wer­ti­ger Wirt­schafts­gü­ter (GWG). Eine ganz beson­dere Her­aus­for­de­rung aller­dings ist die Abschrei­bung von Soft­ware und EDV-Tech­nik. Unter­neh­mer soll­ten Inves­ti­tio­nen in Soft­ware oder IT und teils auch Fir­men-Web­site darum eng mit der Pla­nung von Inves­ti­tio­nen und Abschrei­bun­gen ande­rer Wirt­schafts­gü­ter abstim­men. Weil sich die GWG-Abschrei­bung auf die Abschrei­bung aller Güter bis 1.000 Euro Ein­kaufs­preis aus­wirkt, ent­ste­hen steu­er­li­che Chan­cen wie auch Fal­len. Ins Gespräch mit dem Steu­er­be­ra­ter gehört also immer das gesamte Pla­nungs­pa­ket rund um Gewinn­erwar­tun­gen und Inves­ti­tio­nen jeder Art. Je vor­aus­schau­en­der Fir­men­chefs pla­nen, desto bes­ser kön­nen sie steu­er­lich gestal­ten.

Bei Ab­schrei­bung von Soft­ware zäh­len Fein­hei­ten

Grund­sätz­lich scheint die Abschrei­bung von Soft­ware ein­fach. Stan­dard­soft­ware schrei­ben Unter­neh­mer über einen Nut­zungs­zeit­raum von drei Jah­ren ab – außer, sie haben sie mit Hard­ware zusam­men in einem Bundle erwor­ben. Kos­tet sie bis zu 800 Euro netto, kann sie sofort im glei­chen Jahr kom­plett als gering­wer­ti­ges Wirt­schafts­gut ange­setzt wer­den. Inha­bern klei­ne­rer Betriebe reicht diese Abzugs­mög­lich­keit selbst dann oft, wenn sie meh­rere Arbeits­plätze mit Betriebs­sys­tem und Office-Paket aus­stat­ten. Sofort­ab­zug oder Abschrei­bung über drei Jahre – das ist also bei Stan­dard­soft­ware die Devise. Doch schon wer im sel­ben Jahr wei­tere Wirt­schafts­gü­ter für bis 1.000 Euro anschaf­fen will, sollte sich genauere Gedan­ken machen. Schließ­lich wirkt sich die Ent­schei­dung für den Abschrei­bungs­pool als Vari­ante der GWG-Abschrei­bung auf die Abschrei­bung aller ande­ren Wirt­schafts­gü­ter bis 1.000 Euro Ein­kaufs­preis in dem betref­fen­den Jahr aus – güns­tig oder ungüns­tig.

Abschrei­bung von Soft­ware oder im­ma­te­riel­les Wirt­schaftsgut?

Die Abschrei­bung per GWG-Pool mag bei­spiels­weise im Fall von Möbel­stü­cken dank einer dadurch deut­lich kür­ze­ren Abschrei­bungs­dauer güns­tig sein. Dage­gen dürfte sich kaum ein Selbst­stän­di­ger über die per Abschrei­bungs­pool auf fünf Jahre ver­län­gerte Ansatz­dauer von Soft­ware freuen. Für jeden, der ver­schie­den lang genutzte und in der AfA-Tabelle ent­spre­chend unter­schied­lich bewer­tete Wirt­schafts­gü­ter kau­fen will, gilt also: Bespre­chen Sie mit dem Steu­er­be­ra­ter das Timing der Inves­ti­tio­nen und die steu­er­lich mit Blick auf die Gewinn­erwar­tung sinn­volle Gestal­tung. Schließ­lich haben Unter­neh­mer hier­für die Wahl und kön­nen gestal­ten. Rück­spra­che emp­fiehlt sich auch, wenn der Unter­neh­mer neben Stan­dard­soft­ware zusätz­lich maß­ge­schnei­derte Soft­ware anschaf­fen will. Denn die Mög­lich­keit zur ver­gleichs­weise schnel­len Abschrei­bung räumt der Gesetz­ge­ber nur für soge­nannte Tri­vi­al­pro­gramme ein – also für Stan­dard­soft­ware. Andere Soft­ware stuft der Fis­kus als imma­te­ri­el­les Wirt­schafts­gut ein. Dafür gel­ten eigene Regeln. Auch die Abschrei­bungs­dauer kann sich ver­län­gern.

Abschrei­bung von Soft­ware läuft un­ter­schied­lich lang

Für ERP-Soft­ware bei­spiels­weise hat das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­rium der Finanz­ver­wal­tung Vor­ga­ben gemacht. Das Minis­te­rium legt fest, wel­che im Zusam­men­hang mit ERP-Soft­ware anfal­len­den Kos­ten sofort als Betriebs­aus­ga­ben abzieh­bar sind, näm­lich Auf­wen­dun­gen für

• Vor­kos­ten
• Mit­ar­bei­ter­schu­lung
• War­tung
• Pilo­te­in­sätze
• Daten­mi­gra­tion

Wer Soft­ware least, zieht natür­lich auch die anfal­len­den Gebüh­ren sofort als Betriebs­aus­ga­ben ab. Doch für die Abschrei­bung gekauf­ter ERP-Lösun­gen gilt dann eine betriebs­üb­li­che Nut­zungs­dauer von fünf Jah­ren. Unter­neh­mer müs­sen sie über fünf Jahre oder alter­na­tiv gemäß der Rest­nut­zungs­dauer abschrei­ben, so das BMF-Schrei­ben. Was Unter­neh­mer für ihre indi­vi­du­elle Soft­ware jeweils anset­zen soll­ten, weiß der Steu­er­be­ra­ter. Er hilft auch, die steu­er­li­chen Vor­ga­ben etwa bei spä­te­ren Updates oder dem Kauf von Pro­gramm­ak­tua­li­sie­run­gen zu beach­ten. Zu den Kos­ten von Kauf und Regis­trie­rung einer Domain – also der Adresse der Web­site – soll­ten Unter­neh­mer eben­falls den Steu­er­be­ra­ter fra­gen. Denn die unter­liegt als imma­te­ri­el­les Wirt­schafts­gut nicht der Abnut­zung, wie der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) urteilte.

Teil­wert­abschreibung für vor­zei­tig er­neu­er­te Soft­ware prü­fen

Mit dem Steu­er­be­ra­ter lässt sich die Abschrei­bung diver­ser Inves­ti­tio­nen in Soft­ware und andere Wirt­schafts­gü­ter über Jahre hin­weg steu­er­lich geschickt pla­nen. Gerade rund um den Jah­res­wech­sel fin­den sich so durch Schie­ben oder Vor­zie­hen von Aus­ga­ben bis 1.000 Euro steu­er­lich güns­tige Lösun­gen. Der Abschrei­bungs­pool erleich­tert etwa den Schnell­ab­zug von lang­le­bi­gen Wirt­schafts­gü­tern in einem Wirt­schafts­jahr. Set­zen sie die Pool-Abschrei­bung an, soll­ten Unter­neh­mer dafür Schnell­läu­fer wie etwa Stan­dard­soft­ware bes­ser erst nach dem Jah­res­wech­sel oder noch im Vor­jahr anschaf­fen. Außer Kon­kur­renz läuft mit Blick auf die Pool-Abschrei­bung von Wirt­schafts­gü­tern zwi­schen 250,01 und 1.000 Euro der Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag. Den dür­fen Unter­neh­mer zwar nicht für Soft­ware und andere imma­te­ri­elle Wirt­schafts­gü­ter in Anspruch neh­men – aber viel­leicht für eine hier­für auf­ge­scho­bene Inves­ti­tion. Mit Blick ins­be­son­dere auf vor­ge­zo­gene Anschaf­fun­gen soll­ten Unter­neh­mer mit dem Steu­er­be­ra­ter die Mög­lich­keit von Son­der­ab­schrei­bun­gen oder auch Teil­wert­ab­schrei­bun­gen bespre­chen: für womög­lich noch nicht voll abge­schrie­bene, aber bereits aus­ge­tauschte Soft­ware.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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