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Steu­ern spa­ren mit Ehe­part­ner wird zu­neh­mend schwe­rer

Wer mit Fa­mi­lien­an­ge­hö­ri­gen Steu­ern spa­ren will, muss be­stimm­te Auf­la­gen er­fül­len. Ein BFH-Ur­­teil macht nun auch An­sprüche an die Kal­ku­la­tion zur Be­ding­ung. Der Steu­er­be­ra­ter soll­te die Ver­träge des­halb da­rauf prü­fen, ob sie ei­nem Fremd­ver­gleich stand­hal­ten.

Text: Midia Nuri


In vie­len klei­ne­ren Unter­neh­men ist es ganz selbst­ver­ständ­lich: Ange­hö­rige arbei­ten mit – fest ange­stellt, in Teil­zeit, als Aus­hilfe, im Mini­job. Ob in der Buch­hal­tung eines Hand­werks­be­triebs oder in der Anmel­dung einer Pra­xis: Genug zu tun gibt es über­all, vor allem für den Ehe­part­ner. Aus steu­er­li­cher Sicht macht es grund­sätz­lich kei­nen Unter­schied, ob ein Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger oder ein Frem­der bestimmte Auf­ga­ben über­nimmt. Es fal­len Per­so­nal­aus­ga­ben an, für den Betrieb las­sen sich so Steu­ern spa­ren. Aller­dings sieht etwa der DATEV-Kon­ten­rah­men ein eige­nes Buchungs­konto für sol­che Fälle vor. Und bevor Fir­men­chefs sich­ über die Steu­er­erspar­nis durch den Ein­satz und zum Wohl der Fami­lie freuen, soll­ten sie den kon­kre­ten Fall genau mit ihrem Steu­er­be­ra­ter bespre­chen. Denn der Ansatz als Betriebs­aus­ga­ben ist grund­sätz­lich mög­lich, aber an beson­dere Vor­aus­set­zun­gen geknüpft – und die wer­den der­zeit stren­ger. Steu­ern spa­ren mit Ange­hö­ri­gen ist längst nicht mehr so ein­fach, wie erhofft.

Ver­trag mit An­ge­hö­ri­gen muss Fremd­ver­gleich stand­halten

Das Wich­tigste beim Steu­ern­spa­ren mit Ange­hö­ri­gen: So ein Ver­trag muss dem Fremd­ver­gleich stand­hal­ten. Dies gilt nicht nur für Arbeits­ver­träge, son­dern auch für andere Fälle. Etwa, wenn ein Unter­neh­mer als Ver­mie­ter, als Kre­dit­neh­mer oder als Kre­dit­ge­ber im Geschäft mit sei­nem Ehe­part­ner einen Steu­er­vor­teil erlangt. Sol­che Ver­ein­ba­run­gen müs­sen Unter­neh­mer mit Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen so schlie­ßen, wie sie es auch mit Frem­den tun wür­den. Andern­falls ist der Steu­er­vor­teil futsch. Mit die­sem Hin­weis kas­sierte der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) unlängst ein krea­ti­ves Steu­er­spar­mo­dell in Unter­neh­mer­ehen und ver­sagte für einen Mini­job mit Dienst­wa­gen für die Ehe­frau den Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug. Im kon­kre­ten Fall hatte der Unter­neh­mer seine Frau als 400-Euro-Kraft beschäf­tigt und ihr für sechs Stun­den Kurier­fahr­ten pro Woche ein Auto gestellt. Das durfte sie dar­über hin­aus rund um die Uhr pri­vat nut­zen. Diese Ver­trags­ge­stal­tung beur­teil­ten die Finanz­rich­ter als „frem­dun­üb­lich“. Bei einem nicht zur Fami­lie gehö­ri­gen Ange­stell­ten wäre der Fir­men­chef kaum so groß­zü­gig gewe­sen.

Steu­ern spa­ren nach Be­lie­ben kön­nen Un­ter­nehmer nicht

Bei ande­ren Ver­gü­tun­gen und Ver­güns­ti­gun­gen für Ehe­part­ner und Fami­li­en­an­ge­hö­rige soll­ten Unter­neh­mer eben­falls genau hin­se­hen. Auch das Finanz­ge­richt Müns­ter hat einem Fir­men­chef die Gren­zen beim Steu­ern­spa­ren durch die Fami­lie auf­ge­zeigt. In die­sem Fall hatte der Unter­neh­mer seine Ehe­frau als Büro­kraft gering­fü­gig beschäf­tigt, aber ohne feste Stun­den­zahl. Die Arbeits­zeit sollte nach Bedarf anfal­len. Zudem stellte auch er sei­ner Frau einen Dienst­wa­gen, für den eben­falls Abspra­chen fehl­ten. Dies bemän­gel­ten die Rich­ter ebenso wie die unüb­li­che zusätz­li­che Absi­che­rung einer Ange­stell­ten mit Mini­job­ge­halt über Direkt­ver­si­che­rung und Pen­si­ons­kasse. Um dem Fremd­ver­gleich stand­zu­hal­ten, müs­sen Unter­neh­mer also Details wie Arbeits­zei­ten und eini­ges mehr ver­trag­lich fest­le­gen. Ange­hö­ri­gen­ver­träge jeder Art soll­ten detail­liert vom Steu­er­be­ra­ter geprüft wer­den. Zumin­dest, wenn sich so Steu­ern spa­ren oder sons­tige Vor­teile etwa bei der Absi­che­rung erlan­gen las­sen – also etwa mit Blick auf die bei Fest­an­stel­lung güns­ti­gere Sozi­al­ver­si­che­rung neben einer selbst­stän­di­gen Tätig­keit. Und natür­lich auch, wenn sie in ande­ren Lebens­la­gen so Steu­ern spa­ren wol­len.

Glaub­wür­di­ge Kal­ku­la­tion ist fürs Steu­ernspa­ren wich­tig

Ganz wich­tig seit dem BFH-Urteil zur Kom­bi­na­tion von Mini­job und Dienst­wa­gen: Nicht nur die Ver­trags­be­din­gun­gen müs­sen künf­tig einem Fremd­ver­gleich stand­hal­ten. Auch die wirt­schaft­li­che Kal­ku­la­tion muss nach­voll­zieh­bar sein, sonst gibt es kei­nen Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug. Ein Arbeit­ge­ber werde die Pri­vat­nut­zung eines Dienst­wa­gens in der Regel nur gestat­ten, wenn die Kos­ten „in einem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zum Wert der erwar­te­ten Arbeits­leis­tung“ ste­hen, so die obers­ten Finanz­rich­ter. Hier gebe es bei einem Mini­job ein schwer kal­ku­lier­ba­res Risiko. Die Fahr­zeug­über­las­sung könne sich für den Arbeit­ge­ber wegen einer nicht abschätz­ba­ren Inten­siv­nut­zung durch den Arbeit­neh­mer wirt­schaft­lich schnell nicht mehr loh­nen. Die Rich­ter hiel­ten mit Ver­weis dar­auf die „unein­ge­schränkte und zudem selbst­be­tei­li­gungs­freie Nut­zungs­über­las­sung eines Fir­men­wa­gens für Pri­vat­fahr­ten an einen fami­li­en­frem­den Mini­job­ber für aus­ge­schlos­sen“ – aus wirt­schaft­li­chen Grün­den. Mini­job­ben­der Ange­hö­ri­ger, der unein­ge­schränkt einen Fir­men­wa­gen nutzt: Das ist zwar auch wei­ter­hin mög­lich, aber nicht mehr zum Steu­ern­spa­ren.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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