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Den­ken Sie aus­führlich über Ihre Wer­be­geschen­ke nach

Werbe­ge­schen­ke kön­nen die Kun­den er­freuen. Aber da­für muss der Un­ter­neh­mer die pas­sen­den Ar­ti­kel aus­wäh­len und recht­li­che so­wie steuer­li­che Fra­gen klä­ren. Nur mit der rich­ti­gen Prä­­sent-Stra­­te­­gie kom­men klei­ne Auf­merk­sam­kei­ten gut an.

Text: Frank Wiercks


Wie­der ein coo­ler Trend mit einem klang­vol­len Namen. „Give-aways wer­den 2019 zu Hap­ti­cals, die das Bran­ding eines Unter­neh­mens oder eines Pro­dukts direkt erfahr­bar machen“, meint das Online­ma­ga­zin „foer​der​land​.de“. Gemeint sind aber doch nur die guten alten Wer­be­ge­schenke, mit denen Fir­men­chefs die Bezie­hung zum Kun­den pfle­gen. Unab­hän­gig vom auf­dring­li­chen Deng­lisch – ohne Bei­mi­schung von eng­li­schen Begrif­fen scheint man­cher keine Bot­schaft mehr zu trans­por­tie­ren – ent­hält der Bei­trag eine wich­tige Nach­richt. Wer­be­ge­schenke wer­den zuneh­mend zu ver­wend­ba­ren, bewuss­ten Pro­duk­ten aus nach­hal­ti­ge­ren Mate­ria­lien wie Holz, Tex­ti­lien oder recy­cel­ba­rem Plas­tik. Das setzt einen Trend fort, der schon ver­gan­ge­nes Jahr die Wer­be­ar­ti­kel­messe PSI in Düs­sel­dorf prägte. 2018 hat­ten 90 Pro­zent der befrag­ten Her­stel­ler und Händ­ler zer­ti­fi­zierte oder nach­weis­lich nach­hal­tige Pro­dukte im Sor­ti­ment. Bei der PSI 2019 wur­den gerade die Neu­ig­kei­ten im Seg­ment der Wer­be­ge­schenke gezeigt. Sie ist nur Fach­be­su­chern zugäng­lich – aber Wer­be­agen­tu­ren oder andere PR-Dienst­leis­ter bera­ten ihre Kun­den gerne bei Aus­wahl und Ein­satz der pas­sen­den Wer­be­ge­schenke.

Werbe­ge­schen­ke die­nen zur Pfle­ge der Kun­den­be­ziehung

Bera­tung sollte jeder anneh­men, der sich nicht selbst tief in das Thema ein­ar­bei­ten will. Wer­be­ge­schenke mögen per se einen gerin­gen Stück­wert haben. Ihr auf­ad­dier­ter Wert für die Kun­den­pflege ist aber kaum zu unter­schät­zen, wenn Wer­be­prä­sente rich­tig aus­ge­wählt und genutzt wer­den. Mar­ke­ting­ex­per­ten beto­nen, dass es sechs­mal güns­ti­ger ist, Stamm­kun­den zu hal­ten, als Neu­kun­den zu fin­den. Da ent­fal­ten durch­dachte Wer­be­ge­schenke eine große Wir­kung. Aber auch zur Neu­kun­den­ge­win­nung spie­len Wer­be­prä­sente eine wich­tige Rolle: Gut aus­ge­sucht und ein­ge­setzt, zie­hen sie Auf­merk­sam­keit auf das eigene Ange­bot und las­sen die Kon­kur­renz weni­ger sym­pa­thisch erschei­nen. Das jedoch dürfte nur mit einer durch­dach­ten Geschenk­stra­te­gie klap­pen. Dazu gehört unter ande­rem die Aus­wahl der Wer­be­ge­schenke, Emp­fän­ger oder mög­li­chen Gele­gen­hei­ten zur Über­gabe. Aber auch die Frage, wel­che steu­er­li­chen und recht­li­chen Aspekte bei die­sen klei­nen Auf­merk­sam­kei­ten zu beach­ten sind. Das alles ist Grund genug für ein Gespräch mit Exper­ten, um Pro­bleme zu ver­mei­den.

Steuer­lich kön­nen Wer­be­ge­schen­ke auch Är­ger machen

Anwalt und Steu­er­be­ra­ter soll­ten regel­mä­ßig nach Neue­run­gen bei dem Thema gefragt wer­den. Zwar tut sich nicht viel – aber wenn, kann es sich erheb­lich aus­wir­ken. Für Ver­wir­rung sorgte etwa ein Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs, die vom Schen­ken­den für den Emp­fän­ger über­nom­mene Pau­schal­steuer sei zum Wert des Präsents zu addie­ren. So wäre des­sen Wert bei 26,90 Euro gede­ckelt gewe­sen, weil es zuzüg­lich 30 Pro­zent Pau­schal­steuer den für Wer­be­ge­schenke zuläs­si­gen Höchst­be­trag von 35 Euro über­schrit­ten hätte. Ein Schrei­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums erklärte dann, aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den gelte beim Prü­fen der 35-Euro-Grenze nur der reine Betrag der Zuwen­dung. Auch Doku­men­ta­tion und Ver­bu­chung der Wer­be­ge­schenke soll­ten Fir­men­chefs mit dem Steu­er­be­ra­ter klä­ren. Das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg ver­wehrte unlängst für Kalen­der mit Fir­men­logo, die als Wer­be­ge­schenke dien­ten, Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug und Vor­steu­er­erstat­tung. Grund: Sie wur­den, wie wohl in vie­len Unter­neh­men, nicht getrennt von den übri­gen Betriebs­aus­ga­ben als Geschenk ver­bucht, son­dern als Wer­be­auf­wand. Ent­schei­den muss nun der Bun­des­fi­nanz­hof.

Für Wer­be­ge­schen­ke grei­fen bran­chen­spe­zi­fi­sche Regeln

Auch recht­lich sind Fein­hei­ten zu beach­ten, die sich nicht immer gleich erschlie­ßen – etwa Com­pli­ance-Regeln von Betrie­ben, deren Mit­ar­bei­ter beschenkt wer­den sol­len: Zuneh­mend wird die Annahme von Prä­sen­ten ver­bo­ten, um Bestechung zu ver­hin­dern. Dabei hel­fen aus­ge­feilte Com­pli­ance-Manage­ment-Sys­teme. Zu beden­ken sind aber auch Bran­chen­be­son­der­hei­ten. Unlängst beschnitt etwa ein Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Stutt­gart mit Ver­weis auf das Heil­mit­tel­wer­be­ge­setz den Spiel­raum von Phar­ma­un­ter­neh­men, Wer­be­ge­schenke an Ärzte und Apo­the­ker zu ver­tei­len. Eine Firma hatte Pro­dukt­kof­fer im Wert von 27,47 Euro mit Arz­nei­mit­teln gegen Erkäl­tungs­be­schwer­den an Apo­the­ker ver­schenkt. Die Rich­ter mein­ten, bei einer kos­ten­lo­sen Leis­tung sei oft zu erwar­ten, dass sich der Emp­fän­ger erkennt­lich zeigt. Vom ver­schenk­ten Arz­nei­mit­tel­kof­fer gehe die abs­trakte Gefahr der unsach­li­chen Beein­flus­sung aus. Zwar seien Zuwen­dun­gen von Klei­nig­kei­ten mit gerin­gem Wert aus­nahms­weise zuläs­sig. Doch der Wert müsse sich an einer Grenze ori­en­tie­ren, die der Bun­des­ge­richts­hof in einem ande­ren Fall bei einem Euro gese­hen habe.

Also: Wer­be­ge­schenke ja, aber nur mit Plan und Bera­tung.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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