Fachartikel & News

So sichern Unter­neh­mer die Liqui­di­tät ihres Betriebs

Offene Rech­nun­gen zäh­len zu den Haupt­grün­den für eine Insol­venz. Gutes For­de­rungs­ma­nage­ment ver­rin­gert das Risiko deut­lich. Was Sie über Außen­stände, Mah­nun­gen und Ver­jäh­rung wis­sen müs­sen.

Text: Midia Nuri


Forde­run­gen vor der Ver­jäh­rung bewah­ren – wie Unter­neh­mer das kurz­fris­tig am bes­ten machen, war hier kürz­lich zu lesen. Doch dies ist nur eine Not­bremse, die ver­hin­dern soll, dass einem recht­mä­ßig zuste­hen­des Geld even­tu­ell ver­lo­ren geht. Am bes­ten sollte man es gar nicht so weit kom­men las­sen, dass For­de­run­gen zu ver­jäh­ren dro­hen. Natür­lich bringt nicht jede über­se­hene Rech­nung den Betrieb in eine finan­zi­elle Schief­lage. Aber grö­ßere Aus­fälle kön­nen bedroh­lich wer­den. Zudem sum­mie­ren sich auch meh­rere kleine Sum­men zu einem gro­ßen Betrag. Ein Fach­buch zu den „7 häu­figs­ten Insol­venz­grün­den“ betont, dass Finan­zie­rungs­lü­cken in 76 Pro­zent der Insol­ven­zen eine Rolle spiel­ten. Nicht nur eine dau­er­hafte Über­schul­dung, son­dern auch der akute Man­gel an Liqui­di­tät ist als Insol­venz­grund nicht zu unter­schät­zen. Zum soli­den Wirt­schaf­ten gehört also für jedes Unter­neh­men ein straf­fes Rech­nungs­we­sen samt For­de­rungs­ma­nage­ment. Auch das Thema Ver­jäh­rung kann leicht jeden Unter­neh­mer betref­fen.

Die Zah­lungs­mo­ral wird wie­der schlech­ter

Das Zah­lungs­ver­hal­ten der hie­si­gen Unter­neh­men ver­schlech­tert sich der­zeit laut Credit­re­form wie­der. Doch wann tritt Zah­lungs­ver­zug ein? Ab dem Tag, an dem die Rech­nung fäl­lig ist – wobei sich nach ver­trag­li­chen oder gesetz­li­chen Vor­ga­ben rich­tet, wann das genau ist. Im ers­ten Halb­jahr 2018 ver­än­derte sich der Zah­lungs­ver­zug im Geschäft zwi­schen Unter­neh­men gegen­über dem zwei­ten Halb­jahr 2017 zwar kaum: auf 10,59 Tage gegen­über 10,58 Tagen. Aller­dings waren es im ers­ten Halb­jahr 2017 nur 10,11 Tage. Bin­nen Jah­res­frist stieg der Zah­lungs­ver­zug im Schnitt um fast einen hal­ben Tag. Wobei Credit­re­form große Bran­chen­un­ter­schiede und eine Ver­schlech­te­rung in sechs von zehn betrach­te­ten Bran­chen fest­stellt. Am stärks­ten legte der Ver­zug bei unter­neh­mens­na­hen Dienst­leis­tern zu: plus 2,51 Tage. Im Ein­zel­han­del waren es 1,23 Tage mehr als im Vor­jahr, in der Ver­kehrs- und Logis­tik­bran­che 1,08 Tage mehr. Über­durch­schnitt­lich lang sind die For­de­rungs­lauf­zei­ten laut Credit­re­form bei Betrie­ben der Metall- und Elek­tro­bran­che mit im Schnitt 46,31 Tagen Zah­lungs­ver­zug und der Che­mie­bran­che mit im Schnitt 45,47 Tagen. Auch in die­sen Bran­chen war die Ten­denz stei­gend, ebenso im Groß­han­del und der Kon­sum­gü­ter­bran­che. Regu­lär gel­ten 30 Tage als Frist.

Kleine Unter­neh­men haben ein hohes Insol­venz­ri­siko

For­de­rungs­aus­fälle kön­nen auch solide Unter­neh­men in Schwie­rig­kei­ten brin­gen – bis hin zur Zah­lungs­un­fä­hig­keit. Immer­hin jede dritte Fir­men­in­sol­venz führt die R+V-Versicherung auf einen For­de­rungs­aus­fall zurück. Sogar bereits ver­buchte Zah­lun­gen kön­nen noch Jahre nach ihrem Ein­gang uner­war­tet aus­fal­len, wenn ein Insol­venz­ver­wal­ter sie zurück­for­dert. Zwar hat die Bun­des­re­gie­rung die Frist, in der Insol­venz­ver­wal­ter sogar recht­mä­ßige Zah­lun­gen auf­grund von Insol­venz von Lie­fe­ran­ten zurück­ho­len dür­fen, von zehn auf vier Jahre ver­kürzt – nach­träg­li­che For­de­run­gen waren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zuneh­mend zum Pro­blem für Unter­neh­mer gewor­den. Aus­fal­len kön­nen Zah­lun­gen aber wei­ter­hin auch nach­träg­lich. Ein Grund mehr, das inner­be­trieb­li­che For­de­rungs­ma­nage­ment so zu straf­fen, dass ins­ge­samt mög­lichst wenige Rech­nun­gen nach dem Soll­da­tum noch offen sind. So wird die Insol­venz eines Kun­den – und eine even­tu­ell damit ver­bun­dene Rück­for­de­rung bereits ver­buch­ter Zah­lun­gen – nicht gleich zum eige­nen Insol­venz­ri­siko.

30,5 Mil­li­ar­den Euro Scha­den durch Insol­ven­zen

Die gute Nach­richt zum Thema Insol­venz: Bereits zum ach­ten Mal in Folge ist die Zahl der Fir­men­plei­ten 2017 gesun­ken, stellte die Wirt­schafts­aus­kunf­tei CRIF Bür­gel in ihrer jüngs­ten Erhe­bung fest. Die Zahl der Fir­men­plei­ten ver­rin­gerte sich im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um 6,9 Pro­zent auf 20.276 gegen­über 21.789 Insol­ven­zen im Jahr 2016. Die schlechte Nach­richt: Wie schon zuvor gin­gen 2017 vor allem kleine Unter­neh­men in Insol­venz. 81 Pro­zent der insol­ven­ten Betriebe hat­ten nicht mehr als fünf Mit­ar­bei­ter. Dem­ge­gen­über liegt der Anteil an Fir­men mit über 50 Ange­stell­ten nur bei 3,1 Pro­zent. Schlechte Nach­richt auch für Grün­der: 14,9 Pro­zent der insol­ven­ten Fir­men schei­tern in den ers­ten zwei Jah­ren nach Grün­dung. Über 50 Pro­zent der insol­ven­ten Unter­neh­men war nicht län­ger als zehn Jahre am Markt aktiv. Zu den­ken geben soll­ten Unter­neh­mern auch die durch Insol­ven­zen ver­ur­sach­ten Schä­den. Die sind hoch. Insol­venz­be­dingte Fol­ge­schä­den sum­mier­ten sich laut Bür­gel- Stu­die Link 12/2017 auf 30,5 Mil­li­ar­den Euro – 12,9 Pro­zent mehr als im Vor­jahr (27,0 Mil­li­ar­den Euro).

Das müs­sen Sie zu Ver­jäh­rungs­fris­ten wis­sen

Wann ver­jäh­ren For­de­run­gen? Das Wich­tigste hierzu war hier bereits zu lesen. Regu­lär ver­jäh­ren For­de­run­gen drei Jahre nach Ende des Jah­res, in dem sie gestellt wur­den. Dabei gilt als Stich­tag nicht das Rech­nungs­da­tum plus drei Jahre. Bei Rech­nun­gen ist immer Zeit bis zum 31. Dezem­ber des Jah­res, in dem die 36 Monate nach Rech­nungs­stel­lung erreicht wer­den – und damit ist auch immer Zeit bis Ende die­ses Jah­res, die Rech­nung vor der Ver­jäh­rung zu bewah­ren. Wer den Steu­er­be­ra­ter bereits die Lage der Außen­stände mit Blick auf die Ende 2018 ver­jäh­ren­den For­de­run­gen hat prü­fen las­sen, sollte sich nun sofort die übri­gen Außen­stände vor­neh­men – damit nicht irgend­wann auch bei die­sen For­de­run­gen eine Ver­jäh­rung droht. Der Steu­er­be­ra­ter weiß, wel­che Maß­nah­men nötig sind, und kann falls nötig ent­spre­chende Schritte ein­lei­ten sowie die Ver­zugs­zin­sen in Höhe von 8,12 Pro­zent oder bei Pri­vat­kun­den 5,12 Pro­zent über dem Basis­zins­satz gel­tend machen.

Diese Ver­jäh­rungs­fris­ten soll­ten Sie ken­nen

Wäh­rend For­de­run­gen aus einer Rech­nung nach drei Jah­ren ver­jäh­ren, ist in man­chen Fäl­len die Ver­jäh­rungs­frist deut­lich län­ger, bei­spiels­weise für For­de­run­gen auf Scha­den­er­satz aus Kapi­tal­an­la­ge­fäl­len oder auch Rück­zah­lungs­an­sprü­che auf Bear­bei­tungs­ge­büh­ren – hier tritt sie erst nach zehn Jah­ren ein. Ver­jäh­rungs­fris­ten und die durch sie viel­leicht noch gel­tend zu machen­den eige­nen Ansprü­che sind auch der Grund, dass Unter­neh­mer sich bei den Auf­be­wah­rungs­fris­ten nicht skla­visch an die für Steu­ern und Sozi­al­ver­si­che­rung gel­ten­den Auf­be­wah­rungs­fris­ten hal­ten, son­dern man­che Unter­la­gen län­ger auf­be­wah­ren soll­ten. Davon war hier bereits zu lesen.

Rechts­grund­lage für Ver­jäh­rungs­fris­ten, bis zu deren Ablauf Unter­neh­mer wie Pri­vat­leute ihre Ansprü­che auf Zah­lung oder Gewähr­leis­tung gel­tend machen kön­nen, ist das Bür­ger­li­che Gesetz­buch von Para­graf 194 an.

Über­blick über wich­tige Ver­jäh­rungs­fris­ten

Sach­man­gel: Ist eine Ware man­gel­haft, haben Sie als Käu­fer zwei Jahre Zeit, Nach­bes­se­rung vom Ver­käu­fer zu ver­lan­gen. Die Frist beginnt mit der Lie­fe­rung oder wenn Sie den Laden ver­las­sen und Ihre Ein­käufe gleich mit­neh­men (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB).

Man­gel nach Werk­ver­trag: Wurde etwa ein Hand­wer­ker mit der Ver­le­gung von Flie­sen in der Fir­men­toi­lette oder mit der War­tung oder Repa­ra­tur einer betrieb­lich oder auch pri­vat genutz­ten Wasch­ma­schine beauf­tragt, beträgt die Ver­jäh­rungs­frist eben­falls zwei Jahre. Sie beginnt, wenn der Kunde die Sache abge­nom­men hat (§ 634a Abs. 1 Nr. 1 BGB).

Bau­man­gel: Haben Unter­neh­mer pri­vat oder geschäft­lich ihre Immo­bi­lie reno­vie­ren oder umbauen las­sen und tre­ten Män­gel auf, ver­jäh­ren Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che nach fünf Jah­ren. (§ 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB).

Rechte an Grund­stü­cken: Die Ver­jäh­rungs­frist bei Rech­ten an einem Grund­stück beträgt zehn Jahre (§ 196 BGB). Das betrifft bei­spiels­weise die Löschung der Grund­schuld zuguns­ten der Bank aus dem Grund­buch nach Til­gung des Bau­dar­le­hens. Hier beginnt die Ver­jäh­rungs­frist mit der Fäl­lig­keit des Anspruchs und nicht erst zum Jah­res­ende.

So haben Sie Ihr For­de­rungs­ma­nage­ment im Griff

So weit also klar: Ein aus­ge­präg­tes Bewusst­sein und Wis­sen über Finan­zen ist eine wich­tige Vor­aus­set­zung für den wirt­schaft­li­chen Erfolg eines jeden Unter­neh­mens. Was das Sichern eige­ner Ansprü­che betrifft: Das beginnt natür­lich schon damit, die Rech­nung zei­tig aus­zu­stel­len. Laut Gesetz haben Unter­neh­mer dafür zwar bis zu sechs Monate nach Erbrin­gen der Leis­tung Zeit – im Fall inner­ge­mein­schaft­li­cher Lie­fe­run­gen 15 Tage. Doch die soll­ten Unter­neh­mer im eige­nen Inter­esse nicht aus­schöp­fen. Wer Liqui­di­tät mit einem guten Working Capi­tal Manage­ment frei­schau­feln will, sollte Rech­nun­gen schnell stel­len. Gerade Hand­werks- und gene­rell kleine Unter­neh­men ver­nach­läs­si­gen das Klein­vieh gern mal, haben mir ver­schie­dene Bera­ter aus ihren Erfah­run­gen berich­tet. Das dürfte zumin­dest mit ein Grund für die über­durch­schnitt­lich hohe Insol­venz­wahr­schein­lich­keit klei­ner Betriebe sein. Hilf­reich kann mit Blick auf das Working Capi­tal Manage­ment auch sein, Finan­zie­rungs­al­ter­na­ti­ven wie etwa Fac­to­ring zu nut­zen, bei denen Unter­neh­men ihre For­de­run­gen gleich ganz an einen Dienst­leis­ter abtre­ten.

Gutes For­de­rungs­ma­nage­ment erfor­dert diese Schritte

Boni­tät prü­fen: Bei gro­ßen Auf­trä­gen haben viele Unter­neh­mer das im Griff. Mit Blick auf ein strin­gen­tes For­de­rungs­ma­nage­ment ist aber stets die Boni­tät wich­ti­ger Kun­den oder von Kun­den mit gro­ßen Ein­zel­auf­trä­gen zu prü­fen. Dafür lässt sich vor dem Abschluss von Lie­fer­ver­trä­gen und auch zwi­schen­durch immer wie­der mal auf Daten von Wirt­schafts­aus­kunfteien wie Credit­re­form, Bür­gel oder der Schufa zugrei­fen – der Steu­er­be­ra­ter hat die Zugänge und hilft gern dabei. Auch eigene Erfah­run­gen mit der Zah­lungs­mo­ral ihrer Kun­den soll­ten Unter­neh­men natür­lich gerade bei län­ger andau­ern­den Geschäfts­be­zie­hun­gen berück­sich­ti­gen.

Ver­träge sau­ber gestal­ten: Ver­träge und Auf­trags­be­stä­ti­gun­gen sor­gen für klare Ver­hält­nisse. Sind Leis­tun­gen und Gegen­leis­tun­gen sowie auch die hier­für vor­ge­se­he­nen Zeit­räume und Fris­ten klar defi­niert, fällt es Unter­neh­mern spä­ter leich­ter, finan­zi­elle For­de­run­gen auch durch­zu­set­zen. Schon vor der Auf­trags­an­nahme soll­ten sie prü­fen, ob der Kunde tat­säch­lich wie ange­ge­ben fir­miert – unter Umstän­den ist dies auch nötig, um gesetz­li­che Pflich­ten zu erfül­len. Spä­tes­tens für die Rech­nung benö­ti­gen Unter­neh­mer diese Anga­ben sowieso – am bes­ten klä­ren sie die­sen Punkt also gleich. Der Steu­er­be­ra­ter hilft auch beim Abche­cken von Steu­er­num­mern oder Regis­ter­ein­trä­gen.

Rech­nung schnell stel­len: Um zügig ihr Geld zu erhal­ten, soll­ten Fir­men­chefs die Rech­nung rasch stel­len. Gerade in klei­nen Unter­neh­men wie Hand­werks­be­trie­ben wird das wegen des aktu­el­len Tages­ge­schäfts oft auf­ge­scho­ben. Mit dem Anfang 2009 in Kraft getre­te­nen For­de­rungs­si­che­rungs­ge­setz haben Unter­neh­men zudem das Recht, Abschlags­zah­lun­gen zu for­dern – in Höhe des Wert­zu­wach­ses, den die erbrachte Leis­tung dem Kun­den bringt.

Offene Pos­ten ver­wal­ten: Natür­lich hilft eine kurz­fris­tige Rech­nungs­le­gung wenig, wenn die Buch­hal­tung die For­de­rung anschlie­ßend aus dem Blick ver­liert. Am bes­ten die Ver­ant­wort­li­chen in Ver­kauf, Buch­hal­tung und auch Ser­vice tau­schen sich eng aus. Nur so ist der rei­bungs­lose und zügige Ablauf gewährt.

Tele­fo­nisch nach­fas­sen: Blei­ben Rech­nun­gen offen, sollte die Buch­hal­tung tele­fo­nisch beim Kun­den nach­fas­sen – zügig, also sobald die For­de­rung ein oder zwei Tage fäl­lig ist. Oft ist die Rech­nung lie­gen geblie­ben und wird auf den Anruf hin schnell begli­chen. Der posi­ti­ven Kun­den­be­zie­hung ist die­ses Vor­ge­hen zuträg­lich.

Mah­nung raus­schi­cken: Bleibt das freund­li­che Nach­fas­sen erfolg­los, soll­ten Unter­neh­mer rasch und kon­se­quent mah­nen – spä­tes­tens eine Woche nach Fäl­lig­keit. Das ist schon aus Beweis­grün­den wich­tig – auch wenn Kun­den grund­sätz­lich bereits am Tag nach Ablauf des Zah­lungs­ziels oder nach Ablauf der 30-tägi­gen gesetz­li­chen Zah­lungs­frist vom Zeit­punkt des Rech­nungs­ein­gangs an auto­ma­tisch in Ver­zug gera­ten. Von dem Zeit­punkt an wer­den Ver­zugs­zin­sen in Höhe von 8,12 Pro­zent oder bei Pri­vat­kun­den 5,12 Pro­zent über dem Basis­zins­satz fäl­lig. Zusätz­lich kön­nen Unter­neh­men noch Mahn­kos­ten für ihren Auf­wand gel­tend machen – fünf bis zehn Euro gel­ten als ange­mes­sen. Sie soll­ten Kun­den auch dar­auf hin­wei­sen, dass sie nach Frist­ab­lauf anwalt­li­che Hilfe in Anspruch neh­men wer­den. Mehr als zwei­mal soll­ten Unter­neh­men nicht selbst mah­nen.

Anwalt­li­ches Mahn­schrei­ben erstel­len las­sen: Oft las­sen Kun­den die Mah­nun­gen ihrer Lie­fe­ran­ten ein­fach unbe­ach­tet. Mehr Nach­druck haben die Schrei­ben, wenn sie vom Anwalt oder Steu­er­be­ra­ter oder auch einer Inkas­so­ge­sell­schaft kom­men, das war ja hier auch bereits kürz­lich zu lesen.

Gericht­li­ches Mahn- oder Kla­ge­ver­fah­ren anschie­ben: Unter­neh­men soll­ten das gericht­li­che Mahn­ver­fah­ren in Gang set­zen, wenn zu befürch­ten ist, dass der Kunde die For­de­rung gar nicht zah­len wird – am bes­ten mit­hilfe eines Anwalts, weil Mahn­be­scheid-Anträge sonst oft falsch aus­ge­füllt sind und weil der Anwalt spä­ter kurz­fris­tig Anträge begrün­den sowie das Ver­fah­ren füh­ren kann. Nach dem Mahn­be­scheid und dem Ablauf einer bestimm­ten Frist lässt sich dann ein Voll­stre­ckungs­be­scheid bean­tra­gen und damit – falls der Kunde kei­nen Ein­spruch ein­legt – die Zwangs­voll­stre­ckung ein­lei­ten. Das gericht­li­che Kla­ge­ver­fah­ren kommt in Gang, wenn der Kunde wäh­rend des gericht­li­chen Mahn­ver­fah­rens Ein­spruch ein­legt oder nicht auf die Mah­nung des Anwalts reagiert bezie­hungs­weise ihr wider­spricht. Vor einer Klage soll­ten Unter­neh­men ihre Erfolgs­aus­sich­ten prü­fen. Hier­für sind schrift­li­che Ver­träge oder Auf­trags­be­stä­ti­gun­gen dann sehr hilf­reich.

So sichern Sie Ihre Rechte vor Ablauf der Frist

Damit Ansprü­che aus einer For­de­rung nicht tat­säch­lich nach Ablauf der Ver­jäh­rungs­frist ver­jäh­ren und damit unein­bring­lich wer­den, müs­sen Unter­neh­mer aktiv wer­den. Dafür reicht eine simple Mah­nung oder ein ein­fa­ches Schrei­ben aber nicht mehr. Ist eine For­de­rung nach Rech­nung und gege­be­nen­falls bis zu drei Mah­nun­gen immer noch offen oder geht womög­lich gar auf das Ende der Ver­jäh­rungs­frist zu, sind wei­tere Schritte nötig. Für die soll­ten Unter­neh­mer sich am bes­ten auch die Unter­stüt­zung ihres Anwalts sichern. So geht es dann wei­ter:

Mahn­be­scheid bean­tra­gen: Der schnellste Weg, um noch kurz vor Jah­res­ende die Ver­jäh­rung zu ver­hin­dern, ist ein Mahn­ver­fah­ren (§ 204 Abs. 1 Nr. 3 BGB). In Deutsch­land wird nur noch das auto­ma­ti­sierte zen­trale Mahn­ver­fah­ren ver­wen­det. Das ist güns­tig und nicht son­der­lich auf­wen­dig. Unter­neh­mer müs­sen ledig­lich einen Mahn­be­scheid bean­tra­gen und ihren Anspruch nicht begrün­den. Um keine Feh­ler zu machen, die dann unnö­tig Ansprü­che aufs Spiel set­zen, soll­ten Unter­neh­mer bereits hier­mit ihren Anwalt beauf­tra­gen, ins­be­son­dere bei grö­ße­ren For­de­run­gen. Wer selbst tätig wer­den will: Jedes Bun­des­land hat ein zen­tra­les Mahn­ge­richt. Der Online-Mahn­an­trag ermit­telt auto­ma­tisch das zustän­dige Gericht, wel­ches dann den Mahn­be­scheid an den Schuld­ner schickt.

Klage ein­rei­chen: Auch mit einer Klage kön­nen Unter­neh­mer die Ver­jäh­rung ver­hin­dern. Die Vor­be­rei­tung dau­ert aller­dings. Spä­tes­tens hier geht es nicht mehr ohne Hilfe des Anwalts. Wich­tig ist, dass Unter­neh­mer alle für den Nach­weis ihrer Ansprü­che wich­ti­gen Doku­mente parat haben. Der Anwalt setzt dann eine Klage auf, in der er den Anspruch begrün­det. Sobald das Schrei­ben bei Gericht ein­trifft, wird die Ver­jäh­rung gehemmt. Wol­len Unter­neh­mer mehr als 5.000 Euro ein­for­dern, müs­sen sie statt zum Amts­ge­richt zum Land­ge­richt – spä­tes­tens dann ist auch aus for­mal­recht­li­chen Grün­den ein Rechts­an­walt nötig.

Wei­tere Ver­hand­lun­gen füh­ren: Wer ernst­hafte Ver­hand­lun­gen mit dem Schuld­ner führt, kann die Ver­jäh­rung stop­pen (§ 203 BGB). Aller­dings muss er bele­gen, dass hand­fest dis­ku­tiert und nach einer Lösung gesucht wird. Dafür reicht ein ein­fa­ches Schrei­ben an den Geg­ner, dass sie „reden“ möch­ten, nicht. Unter­neh­mer soll­ten sicher­heits­hal­ber vom Schuld­ner eine schrift­li­che Erklä­rung ver­lan­gen, dass für die Zeit der Gesprä­che die Ver­jäh­rungs­frist nicht wei­ter­lau­fen soll. Es kann natür­lich auch sein, dass die andere Seite auf ein sol­ches Schrei­ben nicht reagiert, son­dern ganz ent­spannt das Jah­res­ende abwar­tet, um das Pro­blem aus­zu­sit­zen. Zeich­net sich so ein Ver­lauf ab, müs­sen Unter­neh­mer die­sen letz­ten außer­ge­richt­li­chen Ver­such auf­ge­ben, an ihr Geld zu kom­men. Dann braucht es frist­ge­recht ein Mahn­ver­fah­ren oder eine Klage, um die Ver­jäh­rung zu stop­pen.

Beschwerde beim Ombuds­mann ein­le­gen: Wer eine Beschwerde beim Ombuds­mann der Ban­ken oder Ver­si­che­run­gen ein­legt, braucht keine Ver­jäh­rung von Ansprü­chen gegen diese Insti­tute zu fürch­ten, weil ein Ombuds­mann-Ver­fah­ren die Frist hemmt. Ist es been­det, läuft die Ver­jäh­rungs­frist aller­dings wei­ter. Das soll­ten Unter­neh­mer beach­ten.

DATEV – ein­fach und sicher

Spre­chen Sie mit Ihrem Steu­er­be­ra­ter. Er nimmt Ihnen beim For­de­rungs­ma­nage­ment viele Auf­ga­ben ab, indem er Fäl­lig­kei­ten über­wacht, Mah­nun­gen schreibt und im Fall der Fälle das Inkasso über­nimmt. Natür­lich kön­nen Sie Ihr For­de­rungs­ma­nage­ment auch selbst mit dem Basis­pa­ket Rech­nungs­we­sen von DATEV per­fek­tio­nie­ren. Mit die­ser Soft­ware las­sen sich Kun­den­stamm­da­ten erfas­sen und ver­wal­ten, Rech­nun­gen ein­zie­hen und anmah­nen. Sie behal­ten stets den Über­blick über offene, unvoll­stän­dig oder ver­spä­tet bezahlte Rech­nun­gen und erhö­hen Ihre Liqui­di­tät so spür­bar. Außer­dem bie­tet das Pro­gramm auch die Mög­lich­keit, eine ABC-Ana­lyse von Schuld­nern und Lie­fe­ran­ten anzu­le­gen und zu ver­wal­ten.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

This is a unique website which will require a more modern browser to work! Please upgrade today!