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Der Weg in die beruf­li­che Selbst­stän­dig­keit in 10 Schrit­ten

Der Start in die Selbst­stän­dig­keit bie­tet große Chan­cen und kann Träume wahr wer­den las­sen. Eine Exis­tenz­grün­dung beinhal­tet aber auch gleich­zei­tig Risi­ken. Die­ser Kar­rie­re­schritt will des­halb gut geplant sein. Fol­gende Punkte soll­ten unbe­dingt beach­tet wer­den, um die größ­ten Klip­pen umschif­fen zu kön­nen.


1. Wis­sen sam­meln

Sam­meln Sie so viel Wis­sen über selbst­stän­dige Tätig­kei­ten ein, wie es mög­lich ist. Spre­chen Sie unbe­dingt mit erfolg­rei­chen und geschei­ter­ten Unter­neh­mern und bera­ten Sie sich mit Ihrer Fami­lie.

Je bes­ser Ihr Bild von dem Unter­neh­mer­tum ist, desto weni­ger lau­fen Sie Gefahr, durch die vie­len Stol­per­steine über­rascht zu wer­den. Sie soll­ten den All­tag eines selbst­stän­dig täti­gen Men­schen ken­nen. Sehr hilf­reich kann es sein, wenn Sie Kon­takt zu erfolg­rei­chen Kol­le­gen hal­ten kön­nen, die immer wie­der mit Rat und Tat zur Seite ste­hen.

Sie soll­ten auch Ange­bote mit Grün­der­tests nut­zen. Im Exis­tenz­grün­dungs­por­tal des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie wer­den bei­spiels­weise ver­schie­dene Grün­der- und Unter­neh­mer­tests ange­bo­ten. Auf die­sen Sei­ten ist auch ein Online-Trai­ning ent­hal­ten, das in einem Lern­pro­gramm die Etap­pen auf dem Weg zur beruf­li­chen Selbst­stän­dig­keit vor­stellt.

2. Die Idee

Am Anfang steht die Geschäfts­idee. Neben einem Fran­chise-Unter­neh­men oder der Über­nahme eines bestehen­den Unter­neh­mens kommt auch eine kom­plett neue Idee in Betracht. Sie soll­ten dann den Wett­be­werb sehr genau ken­nen und die Frage nach der Unter­scheid­bar­keit des Ange­bo­tes beant­wor­ten kön­nen.

Über­le­gen Sie sich einen Ele­va­tor Pitch. Die­ser beschreibt eine Prä­sen­ta­tion mit der Länge einer Auf­zugs­fahrt, also etwa 30 bis 60 Sekun­den. Inner­halb die­ser Zeit soll­ten Sie das Inter­esse für Sie und Ihre Pro­dukte bzw. Dienst­leis­tun­gen gewin­nen kön­nen.

Ein wich­ti­ger Bestand­teil Ihrer Idee wird auch der Name Ihres Unter­neh­mens und Ihrer Marke sein. Diese soll­ten Sie beim Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt anmel­den. Zuvor müs­sen Sie prü­fen, dass Sie keine frem­den Mar­ken­rechte verletzen.Anschließend soll­ten Sie sich wich­tige Domains sichern.

3. Pro­fes­sio­nelle Bera­tung

Las­sen Sie sich pro­fes­sio­nell bera­ten. Dies kann durch die kom­mu­nale Wirt­schafts­för­de­rung oder die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer erfol­gen. Bei der Vor­be­rei­tung Ihres Grün­dungs­vor­ha­bens kön­nen Sie sich auch von Unter­neh­mens- bzw. Exis­tenz­grün­dungs­be­ra­tern kos­ten­pflich­tig hel­fen las­sen. Hier bie­ten einige Bun­des­län­der einen Zuschuss an.

4. Busi­ness­plan erstel­len

Zu Ihrer eige­nen Pla­nungs­si­cher­heit, für Ihre Geschäfts­bank oder für even­tu­ell benö­tigte öffent­li­che För­der­gel­der benö­ti­gen Sie einen Busi­ness­plan. Die­ser sollte nach­fol­gende Punkte ent­hal­ten:

  • Dar­stel­lung der Grün­der­per­son
  • Vor­stel­lung der Geschäfts­idee
  • Markt­über­blick, Beschrei­bung des Wett­be­werbs
  • Ihr Mar­ke­ting mit Ange­bot, Preis und Ver­trieb
  • Die Orga­ni­sa­tion Ihres Unter­neh­mens und die Rechts­form
  • Risi­ken und Chan­cen mit SWOT-Ana­lyse
  • Ren­ta­bi­li­täts­vor­schau (Gewinn- und Ver­lust-Pla­nung)
  • Liqui­di­täts­pla­nung

Kon­tak­tie­ren Sie Bera­tungs­stel­len, die Ihnen bei der Aus­ar­bei­tung Ihres Busi­ness­plans hel­fen. Hierzu zäh­len die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern, die Hand­werks­kam­mern oder auch die regio­na­len Grün­dungs­in­itia­ti­ven.

5. Die Rechts­form

Bei der Wahl der rich­ti­gen Unter­neh­mens­form ist eine sorg­fäl­tige Abwä­gung der Vor- und Nach­teile der jewei­li­gen Rechts­form not­wen­dig. Neben den per­sön­li­chen Erfor­der­nis­sen sind auch wirt­schaft­li­che, steu­er­li­che und recht­li­che Kon­se­quen­zen zu berück­sich­ti­gen.

Es wird im All­ge­mei­nen zwi­schen Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten und Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten unter­schie­den. Typi­sche Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten sind die Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR), die offene Han­dels­ge­sell­schaft (oHG) und die Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG). Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten sind zum Bei­spiel die GmbH, die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) und die Akti­en­ge­sell­schaft (AG). Dane­ben gibt es Misch­for­men wie die GmbH & Co. KG.

6. Die Finan­zie­rung

Gerade in der Grün­dungs­phase sind die Kos­ten für das Unter­neh­men sehr hoch. Mate­rial, Büro­aus­stat­tung, Miete usw. müs­sen bezahlt wer­den. Zudem müs­sen auch die pri­va­ten Kos­ten gedeckt wer­den.

Umso wich­ti­ger ist es, sich über die Finan­zie­rung der Unter­neh­mens­grün­dung Gedan­ken zu machen. Neben der klas­si­schen Finan­zie­rung durch Ban­ken ste­hen Alter­na­ti­ven wie öffent­li­che För­der­pro­gramme, Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen (z. B. Ven­ture-Capi­tal) oder Crowd­fun­ding zur Aus­wahl.

7. Behör­den­gänge

Der nächste Schritt in die selbst­stän­dige Tätig­keit ist die Anzeige beim Gewer­be­amt und als Frei­be­ruf­ler der Antrag auf Ertei­lung einer Steu­er­num­mer beim Finanz­amt.
Den­ken Sie auch an die früh­zei­tige Ein­rich­tung eins Bank­kon­tos. Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer wird meist vom Gewer­be­amt infor­miert.

Nut­zen Sie den „BMWi-Behör­den­weg­wei­ser“. Sie fin­den die­sen im Exis­tenz­grün­der­por­tal des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie.

8. Steu­ern pla­nen

Stel­len Sie sich früh­zei­tig auf die anfal­len­den Steu­ern ein. Den­ken Sie dabei an die betrieb­li­chen Steu­ern wie Umsatz­steuer und Gewer­be­steuer sowie ggf. Kör­per­schaft­steuer z. B. bei der GmbH.
Sie soll­ten aber auch Ihre pri­va­ten Steu­ern wie die Ein­kom­men­steuer ein­pla­nen. Hier wer­den Sie even­tu­ell vier­tel­jähr­lich Vor­aus­zah­lun­gen leis­ten müs­sen. Unter­schät­zen Sie in kei­nem Fall die Steu­er­nach­zah­lun­gen, die Sie bei höhe­ren Gewin­nen als erwar­tet leis­ten müs­sen.

9. Ver­si­che­run­gen

Neben Ver­si­che­run­gen für betrieb­li­che Risi­ken wie bei­spiels­weise Ein­bruch, Feuer oder Maschi­nen­scha­den müs­sen Sie sich per­sön­lich absi­chern. Den­ken Sie an Ihre Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung oder Ren­ten­ver­si­che­rung. Prü­fen Sie hier­bei, ob Sie sich in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­si­chern müs­sen.

Über­le­gen Sie sich auch, ob der Abschluss einer Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung sinn­voll ist, wenn diese nicht ohne­hin vor­ge­schrie­ben ist. Schließ­lich sind ange­stellte Mit­ar­bei­ter sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig in der gesetz­li­chen Ren­ten-, Kran­ken-, Pflege- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung.

10. Wei­tere Bera­tungs­an­ge­bote nut­zen

Auch nach den ers­ten unter­neh­me­ri­schen Schrit­ten soll­ten Sie sich bera­ten las­sen. Neben der Bera­tung durch einen Steu­er­be­ra­ter emp­fiehlt sich die Bera­tungs­för­de­rung des Bun­des:
Das Grün­der­coa­ching Deutsch­land wen­det sich an Grün­der, Unter­neh­mens­nach­fol­ger und junge Unter­neh­mer bis zu zwei Jahre nach der Grün­dung bzw. Über­nahme. Der Zuschuss beträgt bis zu 3.000 Euro. Unter­stützt wer­den Bera­tungs­leis­tun­gen zu wirt­schaft­li­chen, finan­zi­el­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­gen. Die För­de­rung erfolgt aus Mit­teln der KfW Ban­ken­gruppe.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.

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