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Steu­er­än­de­run­gen ab 2015

In der letz­ten Aus­gabe des ver­gan­ge­nen Jah­res, in DAS QUAR­TAL 4.2014, haben wir die wich­tigs­ten Geset­zes­än­de­run­gen zum Jah­res­ende dar­ge­stellt. Mit dem Beginn­des neuen Jah­res möch­ten wir Ihnen einige Ände­run­gen neben den in einem eige­nen Arti­kel erör­ter­ten Ände­run­gen zur Selbst­an­zeige prä­sen­tie­ren, die am 1.1.2015 in Kraft tre­ten sol­len (Stand Ende Dezem­ber 2014).

 

Die Autoren die­ses Arti­kels sind zunächst dar­über erfreut, dass in den Geset­zen anders als in den Vor­jah­ren weni­ger von „Steu­er­ver­ein­fa­chung“ gespro­chen wird. Meist haben diese „Steu­er­ver­ein­fa­chun­gen“ vie­les bewirkt, sel­ten jedoch eine Ver­ein­fa­chung der Steuer …

Wich­tigste Ände­run­gen bei der Ein­kom­men­steuer Eine wich­tige Ände­rung betrifft die Erhö­hung der Frei­grenze für Auf­merk­sam­kei­ten und für Arbeits­es­sen. Diese wer­den von 40 auf 60 Euro erhöht.

Arbeit­ge­ber sol­len die Mög­lich­keit bekom­men, ihre Arbeit­neh­mer mit steu­er­freien Ser­vice­leis­tun­gen zu unter­stüt­zen. Hierzu zäh­len Leis­tun­gen, mit denen der Arbeit­ge­ber Dritte beauf­tragt, Bera­tungs- und Ver­mitt­lungs­leis­tun­gen für Betreu­ungs­per­so­nal in per­sön­li­chen und sozia­len Ange­le­gen­hei­ten zu erbrin­gen. Dies soll Arbeit­neh­mern den Wie­der­ein­stieg nach der Eltern­zeit erleich­tern oder Arbeit­neh­mer mit pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ange­hö­ri­gen unter­stüt­zen.

Der Gesetz­ge­ber defi­niert die Erst­aus­bil­dung in Abgren­zung zur Fort­bil­dung. Vor­aus­set­zung ist nun ein „Qua­li­täts­nach­weis“ durch eine Abschluss­prü­fung. Zudem ist eine Min­dest­dauer der Aus­bil­dung von 12 Mona­ten vor­ge­se­hen.

Die Bei­träge zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, zu einem Ver­sor­gungs­werk oder einer pri­va­ten Basis­rente kön­nen ab 2015 bis zum Höchst­be­trag zur knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung abge­zo­gen wer­den. Der Höchst­be­trag erhöht sich damit von bis­her 20.000 Euro auf 22.172 Euro.

Nach dem Ver­kauf einer Lebens­ver­si­che­rung sol­len die Aus­zah­lun­gen bei Ein­tritt des Ver­si­che­rungs­falls nicht mehr steu­er­frei sein. Bei Über­tra­gun­gen im Zusam­men­hang mit Schei­dun­gen oder Nach­läs­sen soll keine Steu­er­pflicht ent­ste­hen.

Für geld­werte Vor­teile, die einem Arbeit­neh­mer bei einer Betriebs­ver­an­stal­tung vom Arbeit­ge­ber gewährt wer­den, hat der Gesetz­ge­ber die Frei­grenze von 110 Euro in einen Frei­be­trag in glei­cher Höhe umge­wan­delt. Wird bei einer Frei­grenze der Betrag, bis zu dem die Bemes­sungs­grund­lage steu­er­frei bleibt, über­schrit­ten, ist aber die volle Bemes­sungs­grund­lage zu besteu­ern. Bei einer Frei­grenze hin­ge­gen ist nur der den Frei­be­trag über­stei­gende Teil steu­er­pflich­tig. Zudem sol­len bei der Prü­fung der Frei­grenze für Betriebs­ver­an­stal­tun­gen zukünf­tig Sach­ge­schenke an den ein­zel­nen Arbeit­neh­mer in die Gesamt­kos­ten der Betriebs­ver­an­stal­tun­gen ein­be­zo­gen und bei Über­schrei­ten der Grenze mit 25 % pau­schal besteu­ert wer­den kön­nen.

Zah­lun­gen, die inner­halb einer Ehe­schei­dung oder Auf­lö­sung einer Lebens­part­ner­schaft an den Aus­gleichs­be­rech­tig­ten erfol­gen und eine Gegen­leis­tung für des­sen Ver­zicht auf den Ver­sor­gungs­aus­gleich dar­stel­len, kön­nen als Son­der­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den. Kor­re­spon­die­rend dazu sind diese Leis­tun­gen beim Emp­fän­ger zu ver­steu­ern.

Wich­tigste Ände­run­gen bei der Kör­per­schaft- und Gewer­be­steuer Die 2014 gegrün­dete Stif­tung „Glo­bal Legal Entity Iden­ti­fier Foun­da­tion“ hat den Auf­trag, eine welt­weit nutz­bare sowie öffent­lich und kos­ten­los zugäng­li­che Daten­bank auf­zu­bauen, zu unter­hal­ten und fort­zu­ent­wi­ckeln, die der Iden­ti­fi­ka­tion von Rechts­per­so­nen mit­tels eines welt­weit anzu­wen­den­den Codes dient. Die in Deutsch­land erziel­ten steu­er­pflich­ti­gen Ein­künfte wer­den von der Kör­per­schaft- und Gewer­be­steuer befreit.

Zukünf­tig wird zudem die Ermitt­lung der auf die aus­län­di­schen Ein­künfte ent­fal­len­den deut­schen Kör­per­schaft­steuer von der Berech­nungs­weise der Ein­kom­men­steuer gelöst und damit die bis­he­rige Auf­tei­lung im Ver­hält­nis der aus­län­di­schen Ein­künfte zur Summe der Ein­künfte bei­be­hal­ten.

Wich­tigste Ände­run­gen bei der Umsatz­steuer EU-recht­li­che Vor­ga­ben regeln, dass der Ort der Leis­tung für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-, Rund­funk- und Fern­seh­leis­tun­gen sowie auf elek­tro­ni­schem Weg erbrachte Leis­tun­gen am Sitz­ort des Leis­tungs­emp­fän­gers liegt. Nach dem MOSS-Ver­fah­ren wird es den Unter­neh­men ermög­licht, die Umsätze in dem EU-Staat zu erklä­ren, in dem es ansäs­sig ist. Es wird also ver­mie­den, dass es sich in allen EU-Län­dern, in denen seine Pri­vat­kun­den ansäs­sig sind, umsatz­steu­er­lich regis­trie­ren und dort lokale Umsatz­steu­er­erklä­run­gen abge­ben muss.

Fer­ner wird die frü­here Rege­lung zur umge­kehr­ten Steu­er­schuld­ner­schaft für Bau- und Gebäu­de­rei­ni­ger­leis­tun­gen nach § 13b UStG wie­der­her­ge­stellt.

Ein Fokus des Gesetz­ge­bers liegt auf der Ver­mei­dung von Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen im Zusam­men­hang mit der Umsatz­steuer. So wurde eine Ermäch­ti­gung geschaf­fen, wonach das BMF die Steu­er­schuld­ner­schaft des Leis­tungs­emp­fän­gers bei schwer­wie­gen­dem Betrug zeit­lich befris­tet aus­deh­nen kann. Zudem soll der Unter­neh­mer bei einer Vor­rats­ge­sell­schaft als Neu­grün­der betrach­tet wer­den, sodass die Pflicht zur monat­li­chen Abgabe von Umsatz­steuer-Vor­anmel­dun­gen besteht.

 

Bei Fra­gen spre­chen Sie bitte Ihren zustän­di­gen Steu­er­be­ra­ter an.

 

 

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