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Geset­zes­än­de­run­gen 2014

Der Gesetz­ge­ber hat uns – wie jedes Jahr – viele Ände­run­gen im Steu­er­recht beschert. Einige Rechts­än­de­run­gen sind zum Jah­res­be­ginn oder im Jahr 2014 in Kraft getre­ten, einige Rechts­än­de­run­gen wer­den zum 01.01.2015 wirk­sam.


Tradi­tio­nell stel­len geben wir in der letz­ten Aus­gabe von DAS QUAR­TAL einen Über­blick über die wich­tigs­ten Ände­run­gen für das lau­fende Jahr und einen Aus­blick auf die Ände­run­gen, die erst zum kom­men­den Jahr in Kraft tre­ten wer­den. Dadurch kön­nen schon zu einem frü­hen Zeit­punkt die Wei­chen gestellt wer­den.

Alters­ent­las­tungs­be­trag Der Alters­ent­las­tung­be­trag sinkt für Per­so­nen, die 2014 das 65. Lebens­jahr voll­enden, auf 25,6 % des Arbeits­lohns und der posi­ti­ven Summe der Ein­künfte, maxi­mal 1.216 Euro.

Dop­pelte Haus­halts­füh­rung Über­nach­tungs­kos­ten im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung waren in der Höhe als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig, als sie die Durch­schnitts­miete für eine nach Lage und Aus­stat­tung durch­schnitt­li­che 60-qm-Woh­nung nicht über­schrei­ten. Die abzugs­fä­hi­gen Kos­ten muss­ten im Ein­zel­fall auf eine für den aus­wär­ti­gen Beschäf­ti­gungs­ort fest­zu­stel­lende fik­tive Ver­gleichs­miete beschränkt wer­den. Um dies zu ver­mei­den, wird ab 2014 eine feste Ober­grenze von 1.000 Euro monat­lich ein­ge­führt, bis zu der die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen abge­zo­gen wer­den kön­nen.
Die dop­pelte Haus­halts­füh­rung wird nur noch aner­kannt, wenn sich der Steu­er­pflich­tige finan­zi­ell an den Kos­ten der Lebens­füh­rung in der Erst­woh­nung betei­ligt. Ein kos­ten­lo­ses Woh­nen in der Ein­lie­ger­woh­nung der Eltern genügt daher nicht mehr. Mit der o. g. Ober­grenze für die Unter­kunfts­kos­ten am Beschäf­ti­gungs­ort sind alle Kos­ten, wie zum Bei­spiel die Miete, aber auch die Anschaf­fung von Möbeln, abge­gol­ten.

Frei­wil­li­gen­dienste Für die den frei­wil­li­gen Wehr­dienst Leis­ten­den wird bei Dienst­be­ginn ab 2014 nur noch der „Wehr­sold nach § 2 Abs. 1 Wehr­sold­ge­setz“ steu­er­frei gestellt. Die wei­te­ren Bezüge sind zukünf­tig steu­er­pflich­tig.

Grund­frei­be­trag Der Grund­frei­be­trag steigt in dem Ver­an­la­gungs­jahr 2014 von 8.130 Euro auf 8.354 Euro.

Kin­der Ein seit 2014 neuer Frei­wil­li­gen­dienst nach dem EU-Pro­gramm „Eras­mus+“ wird gesetz­lich doku­men­tiert. Damit besteht für Kin­der, die das 18 Lebens­jahr voll­endet haben und ein sol­ches Pro­gramm durch­lau­fen, ein Anspruch auf Kin­der­frei­be­trag bzw. Kin­der­geld.

Künst­ler­so­zi­al­kasse Der Abga­be­satz zur Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung steigt auf 5,2 %.

Lohn­steu­er­richt­li­nie 2015 Der­zeit über­ar­bei­tet die Finanz­ver­wal­tung ihre Lohn­steuer-Richt­li­nien. Diese sol­len bei allen Lohn­zah­lun­gen, die ab dem 1. Januar 2015 zuflie­ßen, zu beach­ten sein. Bei­spiels­weise soll die Frei­grenze für lohn­steu­er­freie Sach­zu­wen­dun­gen (Auf­merk­sam­kei­ten) auf 60 Euro ange­ho­ben wer­den.

Rei­se­kos­ten­re­form 2014 Zum 01.01.2014 tritt die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung des steu­er­li­chen Rei­se­kos­ten­rechts in Kraft. Wich­tigste Ände­rung ist die inhalt­li­che Neu­ab­gren­zung der „regel­mä­ßi­gen Arbeits­stätte“. Diese wird begriff­lich durch die Bezeich­nung „erste Tätig­keits­stätte“ ersetzt. Eine rei­se­kos­ten­recht­li­che Aus­wärts­tä­tig­keit liegt künf­tig immer dann vor, wenn der Arbeit­neh­mer vor­über­ge­hend außer­halb sei­ner Woh­nung und der ers­ten Tätig­keits­stätte beruf­lich tätig wird.

Der Gesetz­ge­ber defi­niert die erste Tätig­keits­stätte als orts­feste betrieb­li­che Ein­rich­tung des Arbeit­ge­bers, eines ver­bun­de­nen Unter­neh­mens oder eines vom Arbeit­ge­ber bestimm­ten Drit­ten, wel­cher der Arbeit­neh­mer dau­er­haft zuge­ord­net ist. Wie bis­her kann der Arbeit­neh­mer pro Dienst­ver­hält­nis maxi­mal eine erste Tätig­keits­stätte haben. Ver­pfle­gungs­mehr­auf­wen­dun­gen sind auch zukünf­tig nur in Form von Pausch­be­trä­gen berück­sich­ti­gungs­fä­hig. Zukünf­tig betra­gen die Pau­scha­len bei einer Abwe­sen­heits­zeit am ein­zel­nen Kalen­der­tag von mehr als 8 Stun­den 12 Euro. Bei min­des­tens 24 Stun­den Abwe­sen­heits­zeit wer­den zukünf­tig 24 Euro in Ansatz gebracht.

Die bis­he­rige Ver­pfle­gungs­pau­schale von 6 Euro ist ent­fal­len. Neu ist auch, dass bei mehr­tä­gi­gen Aus­wärts­tä­tig­kei­ten, die eine Über­nach­tung beinhal­ten, sowohl für den An- als auch für den Abrei­se­tag eine Ver­pfle­gungs­pau­schale von 12 Euro als steu­er­freier Spe­sen­er­satz bzw. als Wer­bungs­kos­ten ange­setzt wer­den kann, ohne dass es einer zeit­li­chen Min­dest­ab­we­sen­heit an die­sen Tagen bedarf.

Mahl­zei­ten für den Arbeit­neh­mer im Rah­men einer Aus­wärts­tä­tig­keit sind zukünf­tig mit dem Sach­be­zugs­wert anzu­set­zen. Der Ansatz des Sach­be­zugs­werts unter­bleibt, wenn für den Arbeit­neh­mer Ver­pfle­gungs­pau­scha­len gezahlt wer­den kön­nen, also für Dienst­rei­sen mit einer Dauer von mehr als acht Stun­den. Jedoch muss der Arbeit­ge­ber zukünf­tig die an den Arbeit­neh­mer gezahlte Ver­pfle­gungs­pau­schale kür­zen, wenn er eine kos­ten­freie Mahl­zeit erhält. Die Kür­zung beträgt für ein Früh­stück 4,80 Euro und für ein Mit­tag- und Abend­essen 9,60 Euro.

Ren­ten Für die Höhe des steu­er­pflich­ti­gen Anteils einer Rente ist nicht das Lebens­al­ter bei Ren­ten­be­ginn ent­schei­dend, son­dern das Kalen­der­jahr, ab dem die Rente tat­säch­lich bewil­ligt wird. Liegt der Ren­ten­be­ginn in 2014, beträgt der Besteue­rungs­an­teil 68 %.

Ren­ten­ver­si­che­rung Der Bei­trags­satz in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung sinkt 2014 vor­aus­sicht­lich um 0,5 % auf 18,4 % des Arbeits­ent­gelts.

Son­der­aus­ga­ben­ab­zug Alle Bei­trags­zah­ler kön­nen ihre Vor­sor­ge­bei­träge wie in die Ren­ten­ver­si­che­rung oder einen Rürup-Ver­trag mit 78 % bis zur För­der­höchst­grenze von 20.000 Euro (Ehe­leute 40.000 Euro) abset­zen.

Sozi­al­ver­si­che­rung Der all­ge­meine Bei­trags­satz für die Gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen wird bei 14,6 % fest­ge­schrie­ben. Der Bei­trags­satz für die Pfle­ge­ver­si­che­rung wird sich vor­aus­sicht­lich von 2,05 % auf 2,35 % erhö­hen.
Die Bei­träge zur Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung wer­den ver­mut­lich unver­än­dert bei 3,0 % betra­gen. Die Höhe der Bei­träge zur Ren­ten­ver­si­che­rung stan­den bei Redak­ti­ons­schluss noch nicht fest.

Unter­halts­leis­tun­gen Unter­halts­leis­tun­gen kön­nen bis zu einem steu­er­li­chen Höchst­be­trag von 8.354 Euro als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung gel­tend gemacht wer­den.

Unter­kunfts­kos­ten bei beruf­li­cher Aus­wärts­tä­tig­keit Die tat­säch­li­chen Kos­ten sind abzugs­fä­hig. Nach 48 Mona­ten wer­den sie aber nur noch bis zu 1.000 Euro aner­kannt.

Ver­sor­gungs­be­züge Der Ver­sor­gungs­frei­be­trag für Neu­pen­sio­näre sinkt auf 25,6 % der Ver­sor­gungs­be­züge, maxi­mal 1.920 Euro. Zudem sinkt der Zuschlag zum Ver­sor­gungs­frei­be­trag auf 576 Euro.

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