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Die Rech­nung Ihres Steu­er­be­ra­ters – ver­ständ­lich erklärt

Am 19.12.2012 wurde die „Ver­ord­nung zum Erlass und zur Ände­rung steu­er­li­cher Ver­ord­nun­gen“ im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det. Darin ent­hal­ten ist auch die neue Ver­gü­tungs­ver­ord­nung für Steu­er­be­ra­ter. Diese hat einen neuen Titel erhal­ten und heißt nun Steu­er­be­ra­ter­ver­gü­tungs­ver­ord­nung (StBVV). Den­noch ist die Hono­rar­rech­nung des Steu­er­be­ra­ters nicht immer leicht les­bar. Die­ser Arti­kel gibt einen Über­blick über den Auf­bau der Rech­nung Ihres Steu­er­be­ra­ters.


Wert­ge­büh­ren, Betrags­rah­men­ge­büh­ren, Zeit­ge­büh­ren. Die StBVV sieht Wert­ge­büh­ren, Betrags­rah­men­ge­büh­ren und Zeit­ge­büh­ren vor. Ist für die Gebüh­ren ein Rah­men vor­ge­se­hen, dies ist bei Wert­ge­büh­ren und Betrags­rah­men­ge­büh­ren der Fall, rich­tet sich die Höhe der Gebüh­ren nach dem Umfang und der Schwie­rig­keit der Tätig­keit, der Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit sowie den Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen des Auf­trag­ge­bers. Der Steu­er­be­ra­ter bestimmt die Gebühr „nach bil­li­gem Ermes­sen“.

Der Begriff des bil­li­gen Ermes­sens ist nicht defi­niert. Nach der Recht­spre­chung des BGH hat der Steu­er­be­ra­ter das bil­lige Ermes­sen als Begriff des bür­ger­li­chen Ver­trags­rechts unter Berück­sich­ti­gung der Inter­es­sen­lage auch des Man­dan­ten und unter Berück­sich­ti­gung der in ver­gleich­ba­ren Fäl­len übli­chen Gebühr aus­zu­üben.

Wert­ge­büh­ren. Die Wert­ge­büh­ren bestim­men sich nach bestimm­ten Tabel­len der Steu­er­be­ra­ter­ver­gü­tungs­ver­ord­nung: Die Tabelle A stellt die Bera­tungs­ta­belle dar. Die Tabelle B bezieht sich auf die Abschluss­tabelle, die Tabelle C auf die Buchführungs­tabelle. Die Tabelle D umfasst land­wirt­schaft­li­che Tabel­len, die Tabelle E ist die Rechts­be­helfs­ta­belle.

Die Wert­ge­büh­ren rich­ten sich nach dem Wert, den der Gegen­stand der beruf­li­chen Tätig­keit hat, dem soge­nann­ten Gegen­stands­wert. Die kon­krete Höhe einer Gebühr ergibt sich aus dem Gegen­stands­wert der Tätig­keit des Steu­er­be­ra­ters und der Anwen­dung eines Zehn­tel­sat­zes für diese Tätig­keit und der ent­spre­chen­den Gebüh­ren­ta­belle der StBVV.

Gegen­stands­wert bei Wert­ge­büh­ren. Bei einer Buch­füh­rung bil­det der jeweils höchste Betrag, der sich aus dem Jah­res­um­satz oder der Summe des Auf­wan­des ergibt, den Gegen­stands­wert. Bei der Auf­stel­lung der Bilanz mit Gewinn- und Ver­lust­rech­nung ist der Gegen­stands­wert das Mit­tel zwi­schen berich­tig­ter Bilanz­summe (ent­spricht etwa Summe der Aktiv­seite) und der betrieb­li­chen Jah­res­leis­tung (ent­spricht etwa Jah­res­um­satz) bzw. der betrieb­li­che Jah­res­auf­wand, wenn die­ser höher ist als die Jah­res­leis­tung.

Erstellt der Steu­er­be­ra­ter eine Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung, bil­det die Summe der posi­ti­ven Ein­künfte den Gegen­stands­wert, der jedoch min­des­tens 8.000 Euro betra­gen muss.

Zehn­tel­satz bei Wert­ge­büh­ren. Bei der Fest­le­gung des Zehn­tel­sat­zes ist der Steu­er­be­ra­ter an den in der StBVV vor­ge­ge­be­nen Rah­men gebun­den. Inner­halb die­ses Rah­mens bestimmt der Steu­er­be­ra­ter die Gebühr unter Berück­sich­ti­gung aller Umstände nach den bereits beschrie­be­nen Grund­sät­zen.

Gebüh­ren­ta­belle bei Wert­ge­büh­ren. Die Tabel­len A bis E, die eine Anlage zur StBVV dar­stel­len, geben zu einem Gegen­stands­wert eine volle Gebühr an. Eine volle Gebühr bedeu­tet dabei 10/10. Der Steu­er­be­ra­ter erhält z. B. für die Anfer­ti­gung der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ohne Ermitt­lung der ein­zel­nen Ein­künfte 1/10 bis 6/10 einer vol­len Gebühr nach Tabelle A.

Betrags­rah­men­ge­bühr. Wäh­rend bei den Wert­ge­büh­ren der Gebüh­ren­rah­men durch einen unte­ren und einen obe­ren Zehn­tel­satz vor­ge­ge­ben wird, ist bei der Betrags­rah­men­ge­bühr ein obe­rer und ein unte­rer Euro­be­trag vor­ge­ge­ben. Sie kommt nur bei der Lohn­buch­füh­rung vor. Für die Füh­rung von Lohn­kon­ten und die Anfer­ti­gung der Lohn­ab­rech­nung erhält der Steu­er­be­ra­ter dem­nach z. B. eine Gebühr von 5 bis 25 Euro je Arbeit­neh­mer und Abrech­nungs­zeit­raum.

Zeit­ge­büh­ren. Die Zeit­ge­bühr berech­net sich nach dem für die Bear­bei­tung des Auf­tra­ges erfor­der­li­chen Zeit­auf­wand und beträgt nach der StBVV, sofern nicht ein höhe­rer Betrag geson­dert ver­ein­bart ist, zwi­schen 30 und 70 Euro je ange­fan­gene halbe Stunde.

Anstelle der Ein­zel­ab­rech­nung sieht die Steu­er­be­ra­ter­ver­gü­tungs­ver­ord­nung auch die Mög­lich­keit vor, eine Pau­schal­ver­gü­tung zu ver­ein­ba­ren. Sie kann nur schrift­lich und für einen Zeit­raum von min­des­tens einem Jahr für lau­fend aus­zu­füh­rende Tätig­kei­ten (z. B. Buch­hal­tung, Bera­tung) ver­ein­bart wer­den. Es han­delt sich hier­bei nicht um eine eigen­stän­dige Gebüh­ren­art, son­dern ledig­lich um eine Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung.

Wei­tere Rech­nungs­be­stand­teile. Zusätz­lich zu den sich aus der Art des Auf­trags erge­ben­den Gebüh­ren gem. StBVV hat der Steu­er­be­ra­ter Anspruch auf Ersatz der bei der Aus­füh­rung des Auf­tra­ges für Post- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen zu zah­len­den Ent­gelte.

Der Steu­er­be­ra­ter kann anstelle der tat­säch­lich ent­stan­de­nen Kos­ten einen Pausch­satz i. H. v. 20 % der sich nach der StBVV erge­ben­den Gebühr for­dern, in der­sel­ben Ange­le­gen­heit jedoch höchs­tens 20 Euro. Die­ser Pos­ten wird in der Rech­nung als „Aus­la­gen“ ange­ge­ben. Zudem kann der Steu­er­be­ra­ter Ersatz der Schreib­aus­la­gen für bestimmte Abschrif­ten und Foto­ko­pien ver­lan­gen. Die StBVV sieht zudem die Erstat­tung der Fahrt­kos­ten und Über­nach­tungs­kos­ten als Rei­se­kos­ten sowie ein Tage- und Abwe­sen­heits­geld bei Geschäfts­rei­sen vor. Dar­über hin­aus erhält der Steu­er­be­ra­ter die auf die Tätig­keit ent­fal­lende Umsatz­steuer. Es gilt der Nor­mal­steu­er­satz von zur­zeit 19 %.

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