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Ein­heit­li­cher euro­päi­scher Zah­lungs­ver­kehrs­raum SEPA

Ab 1. Februar 2014 gibt es den ein­heit­lich euro­päi­schen Zah­lungs­ver­kehrs­raum – SEPA (Sin­gle Euro Pay­ments Area). Bis­her muss­ten die Ban­ken ver­schie­dene Sys­teme neben­ein­an­der betrei­ben. Ab die­sem Zeit­punkt kön­nen bar­geld­lose Zah­lun­gen auch über die Län­der­gren­zen hin­aus so ein­fach getä­tigt wer­den wie im Hei­mat­land. Die­ser Arti­kel gibt einen Über­blick, was auf Sie zukom­men wird.


SEPA-Pro­jekt und SEPA-Raum. Zur Schaf­fung eines ein­heit­li­chen euro­päi­schen Zah­lungs­ver­kehrs­raums hat die euro­päi­sche Kre­dit­wirt­schaft das SEPA-Pro­jekt ins Leben geru­fen.

Die Ver­ant­wor­tung für den Har­mo­ni­sie­rungs­pro­zess liegt beim Euro­pean Pay­ments Coun­cil (EPC). SEPA umfasst dabei Zah­lun­gen in Euro inner­halb der SEPA-Län­der unter Berück­sich­ti­gung fol­gen­der Zahl­ver­fah­ren:

  • SEPA-Last­schrif­ten (Direct Debit)
  • SEPA-Über­wei­sun­gen (Credit Trans­fer)
  • SEPA-Kar­ten­zah­lun­gen (Cards Frame­work)

Den SEPA-Raum bil­den fol­gende Län­der:
die EU-Mit­glied­staa­ten Bel­gien, Bul­ga­rien, Däne­mark, Deutsch­land, Est­land, Finn­land, Frank­reich, Grie­chen­land, Irland, Ita­lien, Lett­land, Litauen, Luxem­burg, Malta, Nie­der­lande, Öster­reich, Polen, Por­tu­gal, Rumä­nien, Schwe­den, Slo­wa­kei, Slo­we­nien, Spa­nien, Tsche­chien, Ungarn, Ver­ei­nig­tes König­reich von Groß­bri­tan­nien und Zypern. Wei­ter­hin die EWR-Staa­ten Island, Liech­ten­stein, Nor­we­gen sowie die wei­te­ren Staaten/Gebiete Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Mique­lon.

IBAN und BIC. Die wich­tigs­ten Neue­run­gen des SEPA-Ver­fah­rens sind IBAN (Inter­na­tio­nal Bank Account Num­ber) und BIC (Bank Iden­ti­fier Code). Sie lösen Kon­to­num­mer und Bank­leit­zahl ab. Mit dem SEPA-Ver­fah­ren ist eine Inlands­zah­lung nicht mehr von einer Zah­lung z. B. nach Ita­lien zu unter­schei­den.

IBAN bezeich­net die Inter­na­tio­nal Bank Account Num­ber. Sie wird künf­tig die Kon­to­num­mer erset­zen. Die IBAN (max. 34 Stel­len) setzt sich aus dem Län­der­code mit 2 Stel­len, der Prüf­zif­fer mit 2 Stel­len und der Konto-ID mit maxi­mal 34 Stel­len zusam­men.

Die Bank­leit­zahl wird durch einen soge­nann­ten BIC (Bank Iden­ti­fier Code) abge­löst. Der BIC iden­ti­fi­ziert ein Kre­dit­in­sti­tut welt­weit ein­deu­tig und setzt sich wie folgt zusam­men: Ban­ken­code mit 4 Stel­len, Län­der­code mit 2 Stel­len, Ort­s­code mit 2 Stel­len und Fili­al­code mit 3 Stel­len.

Weg­fall der Einzugsermächtigung/Einführung der SEPA-Last­schrift. Mit SEPA fällt die Ein­zugs­er­mäch­ti­gung weg. Die zukünf­tige SEPA-Last­schrift kann nur noch schrift­lich erteilt wer­den. Online gestellte oder tele­fo­ni­sche Auf­träge sind nicht mehr mög­lich.

Zah­lungs­emp­fän­ger, die die SEPA-Last­schrift nut­zen, benö­ti­gen ein SEPA-Last­schrift­man­dat.

Ein SEPA-Last­schrift­man­dat ist die recht­li­che Legi­ti­ma­tion für den Ein­zug von SEPA-Last­schrif­ten. Ein Man­dat umfasst sowohl die Zustim­mung des Zah­lers zum Ein­zug der Zah­lung per SEPA-Last­schrift an den Zah­lungs­emp­fän­ger als auch den Auf­trag an den eige­nen Zah­lungs­dienst­leis­ter zur Ein­lö­sung der Zah­lung.

Dabei wird ein exak­tes Fäl­lig­keits­da­tum für die Kon­to­be­las­tung ein­ge­führt. Jedes SEPA-Last­schrift­man­dat erhält dabei zudem eine ein­deu­tige Man­dats­re­fe­renz.  Die Man­dats­re­fe­renz ist ein vom Zah­lungs­emp­fän­ger indi­vi­du­ell ver­ge­be­nes Kenn­zei­chen eines Man­dats (z. B. Rech­nungs­num­mer oder Kun­den­num­mer).

In Ver­bin­dung mit der Identifikations­nummer des Last­schrift­ein­rei­chers (soge­nannte Gläu­bi­ger-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer) wird damit jedes Man­dat ein­deu­tig iden­ti­fi­ziert. Die Gläu­bi­ger-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer ist eine kon­to­un­ab­hän­gige und ein­deu­tige Kenn­zeich­nung des Last­schrift­gläu­bi­gers. Last­schrif­ten kön­nen ohne diese Gläu­bi­ger-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer nicht mehr ver­ar­bei­tet wer­den.

Unter­schei­dung der SEPA-Last­schrift. Im Gegen­satz zur deut­schen Last­schrift gibt es bei der SEPA-Last­schrift neue Bestand­teile, die höhe­ren Auf­wand bedeu­ten. Zu unter­schei­den ist hier zwi­schen der SEPA-Basis­last­schrift und der SEPA-Fir­men­last­schrift:

SEPA-Basis­last­schrift (SDD Core). Die SEPA-Basis­last­schrift (SDD Core) ist mit dem heu­ti­gen Ein­zugs­er­mäch­ti­gungs­ver­fah­ren ver­gleich­bar. Zunächst ist ein Man­dat erfor­der­lich. Der Zah­lungs­emp­fän­ger (Credi­tor) wird vom Zah­lungs­pflich­ti­gen (Debi­tor) ermäch­tigt, Last­schrif­ten zu zie­hen. Die kon­to­füh­rende Bank wird beauf­tragt, die über­mit­tel­ten Last­schrift­an­wei­sun­gen zu erfül­len und das ent­spre­chende Konto zu belas­ten. Die Bank des Zah­lungs­pflich­ti­gen ist nicht ver­pflich­tet, das Man­dat zu prü­fen.

Gemäß den Regel­wer­ken für die SEPA-Basis­last­schrift müs­sen erst­ma­lige Last­schrif­ten fünf Tage vor Fäl­lig­keit bei der Zahl­stelle vor­lie­gen, dar­auf fol­gende Zah­lun­gen hin­ge­gen min­des­tens zwei Tage vor Fäl­lig­keit. Die Vor­lauf­frist für ein­ma­lige Last­schrif­ten beträgt eben­falls fünf Tage. Einer SEPA-Basis-Last­schrift kann inner­halb von acht Wochen nach Kon­to­be­las­tung wider­spro­chen wer­den, sodass der Belas­tungs­be­trag wie­der gut­ge­schrie­ben wird.

Die Wider­spruchs­frist beträgt acht Wochen nach dem Zeit­punkt der Kon­to­be­las­tung. Die Vor­lauf­fris­ten betra­gen bei erst­ma­li­gen Ein­zug 5 Bank­tage, bei Fol­ge­ein­zug 2 Bank­tage.

SEPA-Fir­men­last­schrift (SDD B2B). Die SEPA-Fir­men­last­schrift (SDD B2B) ist mit dem heu­ti­gen Abbu­chungs­ver­fah­ren ver­gleich­bar. Abwei­chend von der SEPA-Basis­last­schrift sind bei der SEPA-Fir­men­last­schrift (SEPA Direct Debit B2B) fol­gende Merk­male zu beach­ten:

  • Ein­züge erfol­gen nur zwi­schen Nicht­ver­brau­chern
  • Es ist ein B2B-Man­dat erfor­der­lich
  • Der Zah­lungs­pflich­tige muss sei­ner Bank das Man­dat vor­le­gen
  • Die Last­schrift muss spä­tes­tens einen Tag vor Fäl­lig­keit der Bank des Zah­lungs­pflich­ti­gen vor­lie­gen
  • Keine Rück­ga­be­mög­lich­keit durch den Zah­lungs­pflich­ti­gen wegen Wider­spruchs

SEPA-Über­wei­sun­gen. Seit Januar 2008 kön­nen Über­wei­sun­gen in Euro inner­halb Deutsch­lands und grenz­über­schrei­tend in alle SEPA-Teil­neh­mer­län­der per SEPA-Über­wei­sung (Credit Trans­fer) durch­ge­führt wer­den. Ab Februar 2014 löst die SEPA-Über­wei­sung das natio­nale Über­wei­sungs­ver­fah­ren in den Euro­län­dern end­gül­tig ab. Der Über­wei­sende und der Begüns­tigte sowie deren Zah­lungs­dienst­leis­ter wer­den bei der SEPA-Über­wei­sung durch die IBAN und den BIC iden­ti­fi­ziert.

SEPA-Kar­ten­zah­lun­gen. Mit dem Rah­men­werk für den SEPA-Kar­ten­ver­kehr (SEPA Cards Frame­work; SCF) wur­den gene­relle Anfor­de­run­gen an Zah­lungs­dienst­leis­ter, Kar­ten­sys­teme und andere Markt­teil­neh­mer defi­niert, durch die Kar­ten­zah­lun­gen und Bar­geld­ab­he­bun­gen inner­halb des ein­heit­li­chen Euro-Zah­lungs­ver­kehrs­rau­mes ebenso schnell, sicher und effi­zi­ent abge­wi­ckelt wer­den sol­len wie im Hei­mat­land.

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