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Die Pau­schal­be­steue­rung von Sach­zu­wen­dun­gen

Durch das Jah­res­steu­er­ge­setz 2007 wurde mit Wir­kung ab 01.01.2007 der neue § 37b EStG ein­ge­führt. Die­ser regelt die steu­er­li­che Behand­lung der Gewäh­rung von Sach­zu­wen­dun­gen an eigene Arbeit­neh­mer und Geschäfts­freunde. Die Sach­zu­wen­dun­gen wer­den dem­nach mit einem Pau­schal­steu­er­satz in Höhe von 30 % zuzüg­lich Soli­da­ri­täts­zu­schlag und Kir­chen­steuer unter­wor­fen. Diese Pau­schal­be­steue­rung von Sach­zu­wen­dun­gen wird nun ver­mehrt bei Betriebs- und Lohn­steu­er­prü­fun­gen the­ma­ti­siert. Daher möch­ten wir Ihnen mit nach­fol­gen­dem Arti­kel einen Über­blick über die wich­tigs­ten Inhalte geben.


In einem ers­ten Schritt ist zu unter­schei­den, ob die Sach­zu­wen­dung ein Arbeit­neh­mer oder ein Geschäfts­freund erhal­ten hat. Anschlie­ßend sind die jewei­li­gen steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen aus Sicht des Zuwen­den­den und des Emp­fän­gers der Zuwen­dung, also des Arbeit­neh­mers bzw. des Geschäfts­freun­des, zu prü­fen.

Sach­zu­wen­dun­gen, deren Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten 10 Euro nicht über­stei­gen, sind dabei bei der Anwen­dung des § 37b EStG als Streu­wer­be­ar­ti­kel anzu­se­hen und fal­len daher nicht in den Anwen­dungs­be­reich der Vor­schrift. Die Teil­nahme an einer geschäft­lich ver­an­lass­ten Bewir­tung ist eben­falls nicht in den Anwen­dungs­be­reich des § 37b EStG ein­zu­be­zie­hen.

Zuwen­dun­gen an Arbeit­neh­mer. Die Pau­scha­lie­rung von Sach­zu­wen­dun­gen an eigene Arbeit­neh­mer wird dann zuge­las­sen, wenn die Sach­zu­wen­dun­gen zusätz­lich zu dem zwi­schen den Betei­lig­ten ohne­hin geschul­de­ten Arbeits­lohn erbracht wer­den.

Betrieb­lich ver­an­lasste Sach­zu­wen­dun­gen an Arbeit­neh­mer sind für den Arbeit­ge­ber immer als Betriebs­aus­ga­ben abzugs­fä­hig. Die Pau­schal­ver­steue­rung führt dabei nicht zur Sozi­al­ver­si­che­rungs­frei­heit der Zuwen­dung.

Sach­zu­wen­dun­gen an den Arbeit­neh­mer sind aus des­sen Sicht in der Regel wie Bar­lohn­zah­lun­gen zu ver­steu­ern. Hat der Arbeit­ge­ber jedoch die Pau­schal­ver­steue­rung gewählt, wird der Arbeit­neh­mer aus der Steu­er­schuld­ner­schaft ent­las­sen.

Zuwen­dun­gen sind dabei bis zu einer Frei­grenze von 44 Euro monat­lich beim Emp­fän­ger weder steuer- noch sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig, wenn es sich um einen Sach­be­zug han­delt. Bei­spiele für Sach­be­züge sind freie Ver­pfle­gung, kos­ten­lose oder ver­bil­ligte Abgabe von Gütern, kos­ten­lose oder ver­bil­ligte Nut­zung einer Woh­nung. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs kön­nen jedoch auch Geschenk­gut­scheine, die auf einen Geld­be­trag aus­ge­stellt sind (z. B. ein Buch­gut­schein), bis zur Frei­grenze von 44 Euro/Monat als steuer- und abga­ben­freier Sach­be­zug gel­ten. Eine Aus­nahme gilt, wenn der Arbeit­neh­mer ein Wahl­recht zwi­schen der Sache und der Aus­zah­lung des Bar­be­tra­ges hat. Es liegt in die­sem Fall immer Arbeits­lohn vor.

Zuwen­dun­gen an Geschäfts­freunde. Aus­ga­ben für Zuwen­dun­gen an Geschäfts­freunde wer­den als Betriebs­aus­gabe aner­kannt, wenn es eine betrieb­li­che Ver­an­las­sung vor­liegt. Sie kön­nen zudem nur bis zur Höhe von 35 Euro pro Emp­fän­ger und Kalen­der­jahr steu­er­lich als Betriebs­aus­gabe gel­tend gemacht wer­den. Dar­über hin­aus muss die Zuwen­dung für einen Berück­sich­ti­gung als Betriebs­aus­gabe ein­zeln und getrennt von den sons­ti­gen Betriebs­aus­ga­ben zeit­nah auf­ge­zeich­net wer­den.

Von Bedeu­tung ist für den Zuwen­den­den auch, wel­che steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen beim Geschäfts­freund durch die Zuwen­dung ent­ste­hen.

Die Pau­scha­lie­rung fin­det auf Sach­zu­wen­dun­gen Anwen­dung, die zusätz­lich zur ohne­hin erbrach­ten Leis­tung oder Gegen­leis­tung erbracht wer­den. Es kommt daher nicht dar­auf an, ob der Zuwen­dende die Zuwen­dung als Betriebs­aus­gabe abzie­hen darf. Die Über­nahme der Pau­schal­steuer ist aus Sicht des Zuwen­den­den Teil der Zuwen­dung. Die Pau­schal­steuer ist daher als Betriebs­aus­gabe nur dann abzieh­bar, wenn der Zuwen­dende die Sach­zu­wen­dung in vol­lem Umfang als Betriebs­aus­gabe abzie­hen kann.

Die Pau­scha­lie­rung ist jedoch aus­ge­schlos­sen, soweit die Auf­wen­dun­gen je Emp­fän­ger und Wirt­schafts­jahr oder für die ein­zelne Zuwen­dung 10.000 Euro über­stei­gen.

Ober­halb der 10-Euro-Grenze sind aus Sicht des Geschäfts­freun­des die Zuwen­dun­gen grund­sätz­lich als geld­werte Vor­teile zu ver­steu­ern. Eine Aus­nahme hier­von gilt, wenn der Zuwen­dende von der Mög­lich­keit der Pau­schal­be­steue­rung Gebrauch gemacht hat. Durch die Pau­schal­ver­steue­rung wird der Zuwen­dungs­emp­fän­ger aus der Steu­er­schuld­ner­schaft ent­las­sen.

Bemes­sungs­grund­lage und Steu­er­satz. Als Bemes­sungs­grund­lage für die Besteue­rung der geld­wer­ten Vor­teile wird auf die tat­säch­li­chen Kos­ten des Zuwen­den­den ein­schließ­lich Umsatz­steuer abge­stellt. Der Pausch­steu­er­satz beträgt wie bereits dar­ge­stellt ein­heit­lich nur 30 Pro­zent.

Wahl­recht zur Pau­scha­lie­rung. Das Wahl­recht zur Pau­scha­lie­rung ist ein­heit­lich für alle Zuwen­dun­gen eines Wirt­schafts­jah­res aus­zu­üben. Es ist jedoch zuläs­sig, für Zuwen­dun­gen an Geschäfts­freunde und an eigene Arbeit­neh­mer die Wahl geson­dert zu tref­fen. Grund­sätz­lich ist die nicht revi­dier­bare Ent­schei­dung spä­tes­tens in der letz­ten Lohn­steuer-Anmel­dung des Jah­res zu tref­fen. Bei Zuwen­dun­gen an eigene Arbeit­neh­mer endet die Frist mit der Über­mitt­lung der elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung am 28.02. des Fol­ge­jah­res.

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