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Löst das Erwer­ben von Apps im App-Store Umsatz­steuer aus?

Der Ver­trieb von Apps (abge­kürzt für App­li­ca­ti­ons) erfreut sich seit ein paar Jah­ren par­al­lel mit dem Erfolg des iPho­nes und des iPods sowie neu­er­dings auch des iPads gro­ßer Beliebt­heit. So las­sen sich inner­halb kür­zes­ter Zeit mehr und weni­ger nütz­li­che Apps her­un­ter­la­den, mit denen all­täg­li­che aber auch spe­zi­elle Auf­ga­ben und Pro­bleme leich­ter aus­ge­führt wer­den kön­nen. Doch fällt für die Apps Umsatz­steuer an und kann sie ggf. als Vor­steuer abge­zo­gen wer­den?


Apps als sons­tige Leis­tung. Der App-Store selbst wird vom ame­ri­ka­ni­schen Apple-Kon­zern in Luxem­burg als Unter­neh­men betrie­ben. Er stellt die Apps als Soft­ware zum Down­load bereit. Hier­bei han­delt es sich umsatz­steu­er­recht­lich grund­sätz­lich um eine sons­tige Leis­tung, die auf dem elek­tro­ni­schen Wege erbracht wird. Je nach­dem wer Leis­tungs­emp­fän­ger ist, vari­iert der Ort der sons­ti­gen Leis­tung und auch die wei­te­ren umsatz­steu­er­li­chen Fol­gen.

Leis­tungs­emp­fän­ger ist ein Nicht-Unter­neh­mer in Deutsch­land. Ist der Leis­tungs­emp­fän­ger, also der­je­nige der die App her­un­ter­lädt, ein Nicht-Unter­neh­mer, der in Deutsch­land ansäs­sig ist, so liegt der Ort der sons­ti­gen Leis­tung dort, wo der Leis­tende, der App-Store, sein Unter­neh­men betriebt, folg­lich in Luxem­burg. Dort ist der Umsatz auch steu­er­pflich­tig und nicht in Deutsch­land. Der Kunde bezahlt in der Regel die Umsatz­steuer mit, da diese auf den Netto-Preis nor­ma­ler­weise auf­ge­schla­gen wird. Da er jedoch kein Unter­neh­mer ist, kann er auch keine Vor­steuer gel­tend machen.

Leis­tungs­emp­fän­ger ist ein Unter­neh­mer in Deutsch­land. Ist der Leis­tungs­emp­fän­ger ein Unter­neh­mer und bezieht er die App für Zwe­cke sei­nes Unter­neh­mens, so liegt der Ort der sons­ti­gen Leis­tung in Deutsch­land, am Sitz­ort des Unter­neh­mers, von dem aus er sein Unter­neh­men betreibt. Der Umsatz ist somit umsatz­steu­er­bar und auch umsatz­steu­er­pflich­tig in Deutsch­land. In die­sem Fall schul­det sogar der Leis­tungs­emp­fän­ger die Umsatz­steuer für den Umsatz der App, wäh­rend der Leis­tende, der App-Store, eine Rech­nung ohne Umsatz­steu­er­aus­weis aus­zu­stel­len hat. In die­ser ist auch auf den Über­gang der Umsatz­steu­er­schuld­ner­schaft auf den Leis­tungs­emp­fän­ger hin­zu­wei­sen. Der leis­tungs­emp­fan­gende Unter­neh­mer kann aber auch die Umsatz­steuer für seine bestellte App zeit­gleich und in iden­ti­scher Höhe wie die von ihm geschul­dete Umsatz­steuer als Vor­steuer abzie­hen. Ist er aller­dings nicht zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt z.B. als Klein­un­ter­neh­mer, kann er die Vor­steuer nicht abzie­hen und muss tat­säch­lich die geschul­dete Umsatz­steuer an das Finanz­amt bezah­len.

Bezieht der in Deutsch­land ansäs­sige Unter­neh­mer als Leis­tungs­emp­fän­ger die Leis­tung nicht für sein Unter­neh­men, liegt der Leis­tungs­ort wie­der wie beim Pri­vat­mann in Luxem­burg und es ent­steht in Deutsch­land keine Umsatz­steuer.

Fazit. Die umsatz­steu­er­li­chen Fol­gen von all­täg­li­chen Hand­lun­gen wie z.B. dem Her­un­ter­la­den von Apps im App-Store ist ein typi­sches Bei­spiel für die Kom­ple­xi­tät des Steu­er­rechts. Je nach Art des Leis­tungs­emp­fän­gers kön­nen völ­lig unter­schied­li­che Fol­gen ent­ste­hen. Las­sen Sie sich also im Zwei­fel immer von ihrem Steu­er­be­ra­ter unter­stüt­zen, falls sie sich über die steu­er­li­chen Fol­gen ihres Han­delns nicht im Kla­ren sind.

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