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Stol­per­falle Lea­sing: Wie sichert man den Steu­er­vor­teil?

Lea­sing ist heut­zu­tage weit ver­brei­tet. Kein Wun­der – Lea­sing bie­tet eine Menge Vor­teile. Man muss das Wirt­schafts­gut nicht kau­fen und kom­plett bezah­len und erhält so die eigene Liqui­di­tät auf­recht. Auch gegen­über der her­kömm­li­chen Fremd­fi­nan­zie­rung ermög­licht das Lea­sing einen gerin­ge­ren Ver­schul­dungs­grad und eine wei­ter­hin voll ver­füg­bare Kre­dit­li­nie bei der Haus­bank. Doch nicht zuletzt wer­den, beson­ders bei Selbst­stän­di­gen und Gewer­be­be­trie­ben, die Anschaf­fun­gen geleast anstatt gekauft, weil es steu­er­lich vor­teil­haft ist. Doch ist das immer so oder kön­nen bestimmte Ver­trags­ge­stal­tun­gen beim Lea­sing sogar zum Ver­lust die­ses Vor­teils füh­ren?


Worin liegt eigent­lich der steu­er­li­che Vor­teil des Lea­sings gegen­über einem Kauf mit übli­cher Fremd­fi­nan­zie­rung über eine Bank? Ent­schei­dend für die Vor­teil­haf­tig­keit ist die Zurech­nung des wirt­schaft­li­chen Eigen­tums des Lea­sing­ge­gen­stands. Dem­je­ni­gen, dem das wirt­schaft­li­che Eigen­tum zuge­rech­net wird, also ent­we­der dem Lea­sing­ge­ber oder dem Lea­sing­neh­mer, der muss das Wirt­schafts­gut in sei­ner Bilanz aus­wei­sen und die Abschrei­bun­gen hier­für als Betriebs­aus­ga­ben abzie­hen.

Wird das Objekt des Lea­sings dem Lea­sing­ge­ber zuge­rech­net, so kann der Lea­sing­neh­mer die Lea­sing­ra­ten bei Anfall voll als Betriebs­aus­gabe gel­tend machen. Die Lea­sing­rate besteht in der Regel aus einem Til­gungs­an­teil, der den Wert­ver­lust aus­gleicht, und einem Zins­an­teil. Der Wert­ver­lust ist in den ers­ten 3-4 Jah­ren der Nut­zung eines typi­schen Lea­sing­ge­gen­stands wie z.B. eines Autos beson­ders hoch. Ent­spre­chend hoch fällt auch die Lea­sing­rate aus, zumal die meis­ten PKW-Lea­sing­ver­träge eine Lauf­zeit von 3-4 Jah­ren haben.

Wird das Wirt­schafts­gut dage­gen gekauft, fal­len als Betriebs­aus­ga­ben die Abschrei­bun­gen an. Diese wer­den aber (nach dem Weg­fall der degres­si­ven Abschrei­bung für Wirt­schafts­gü­ter­an­schaf­fun­gen ab dem 1.1.2011) regel­mä­ßig linear berech­net, so dass der kor­re­spon­die­rende Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug wäh­rend die­ser Zeit gerin­ger aus­fällt als der Til­gungs­an­teil der Lea­sing­rate, die den höhe­ren Wert­ver­lust wider­spie­gelt. Den Wert­ver­lust des Objekts hat aber auch der Käu­fer; er kann ihn nur nicht steu­er­lich gel­tend machen.

Die Kre­dit­zin­sen hin­ge­gen fal­len sowohl beim Lea­sing in Form des Zins­an­teils als auch beim fremd­fi­nan­zier­ten Kauf an und kön­nen beide gene­rell steu­er­lich als Betriebs­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den.

Ent­schei­dend vor­teil­haft ist also, die Abzugs­fä­hig­keit der höhe­ren Lea­sing­rate (mit Til­gungs- und Zins­an­teil) gegen­über der gerin­ge­ren Abschrei­bung und den Kre­dit­zin­sen. Genau hier liegt auch die Stol­per­falle des Lea­sings: Wird der Lea­sing­ge­gen­stand dem Lea­sing­neh­mer zuge­rech­net, so hat die­ser das Objekt in sei­ner Bilanz aus­zu­wei­sen und erhält den gerin­ge­ren Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug in Form der Abschrei­bung, wie bei einem Ankauf auch und nicht die höhere Lea­sing­rate. Wem das Lea­sing­ob­jekt zuge­rech­net wird hängt vom Lea­sing­typ und dem ent­spre­chen­den Lea­sing­ver­trag ab.

Das Ope­ra­tin­g­lea­sing. Beim Ope­ra­tin­g­lea­sing ist das Ver­trags­ver­hält­nis jeder­zeit künd­bar und meist kurz­fris­tig. Außer­dem über­nimmt oft der Lea­sing­ge­ber, der bei die­ser Vari­ante nicht sel­ten der Her­stel­ler selbst ist, die War­tung des Lea­sing­ob­jekts. Ihn tref­fen auch die Risi­ken des Gegen­stands. Typi­sche Wirt­schafts­gü­ter des Ope­ra­tin­g­lea­sings sind Com­pu­ter oder Tele­fon­an­la­gen; Dinge, die nach Ver­trags­ab­lauf oder Kün­di­gung kurz­fris­tig aus­wech­sel­bar sind und wei­ter­ver­äu­ßert wer­den kön­nen. Beim Ope­ra­tin­g­lea­sing ist der Lea­sing­ge­ber sowohl zivil­recht­li­cher als auch wirt­schaft­li­cher Eigen­tü­mer und weist das Objekt in sei­ner Bilanz aus. Der Lea­sing­neh­mer kann folg­lich die Lea­sing­rate als Betriebs­aus­gabe abzie­hen und genießt den Steu­er­vor­teil.

Das Finan­zie­rungs­lea­sing. Beim Finan­zie­rungs­lea­sing wird das Ver­trags­ver­hält­nis über eine grund­sätz­lich unkünd­bare Grund­miet­zeit abge­schlos­sen, die meist mit 3-6 Jah­ren kür­zer ist als die betriebs­ge­wöhn­li­che Nut­zungs­dauer des Lea­sing­ob­jekts. Durch die Unkünd­bar­keit wer­den die Risi­ken des Lea­sing­ge­gen­stands nahezu voll­stän­dig auf den Lea­sing­neh­mer über­tra­gen, der daher oft zu einem umfas­sen­den Ver­si­che­rungs­schutz ver­pflich­tet wird. Decken die Lea­sing­ra­ten min­des­tens die Anschaf­fungs- bzw. Her­stel­lungs­kos­ten des Lea­sing­ge­bers sowie eine ange­mes­sene Ver­zin­sung des ein­ge­setz­ten Kapi­tals und ggf. einen Gewinn­zu­schlag ab, so spricht man vom Voll­ar­mor­ti­sa­ti­ons­lea­sing. Wird nur ein Teil der Anschaf­fungs- bzw. Her­stel­lungs­kos­ten abge­deckt, han­delt es sich um ein Teilar­mo­ti­sa­ti­ons­lea­sing.

Ob die Zurech­nung des Lea­sing­ge­gen­stands beim Lea­sing­ge­ber oder beim Lea­sing­neh­mer, was steu­er­lich unvor­teil­haft wäre, erfolgt, hängt jeweils von der Kate­go­ri­sie­rung als Voll- oder Teilar­mo­ti­sa­ti­ons­lea­sing ab sowie der Eigen­schaft des Lea­sing­guts nach beweg­lich oder unbe­weg­lich. Für die enspre­chen­den Kate­go­rien bestehen dann für die jewei­li­gen Ver­trags­be­din­gun­gen Rege­lun­gen in Steu­er­erlas­sen, die die Zurech­nung vor­schrei­ben.

So ist z.B. beim Voll­ar­mor­ti­sa­ti­ons­lea­sing mit Kauf­op­tion bei beweg­li­chen Wirt­schafts­gü­tern für die steu­er­lich vor­teil­hafte Zurech­nung beim Lea­sing­ge­ber ent­schei­dend, dass die ver­trag­li­che Grund­miet­zeit zwi­schen 40 und 90 Pro­zent der betriebs­ge­wöhn­li­chen Nut­zungs­dauer liegt. Des Wei­te­ren darf der vor­ge­se­hene Kauf­preis bei Zie­hung der Kauf­op­tion durch den Lea­sing­neh­mer nicht nied­ri­ger sein als der nach der linea­ren Abschrei­bung ermit­telte Buch­wert bzw. der ggf. nied­ri­gere gemeine Wert des Lea­sing­ob­jekts im Zeit­punkt der Ver­äu­ße­rung. Ist eine der bei­den Vor­aus­set­zun­gen nicht erfüllt, wird der Lea­sing­ge­gen­stand dem Lea­sing­neh­mer zuge­rech­net und der steu­er­li­che Vor­teil ist ver­lo­ren.

Fazit. Lea­sing kann durch­aus steu­er­lich vor­teil­haft sein, aber die­ser Vor­teil hängt ent­schei­dend von den Kon­di­tio­nen ab. Da die Vari­an­ten des Lea­sings und deren steu­er­li­che Ein­schät­zung äußerst vari­an­ten­reich und detail­be­haf­tet sind, emp­fiehlt es sich immer vor dem Ver­trags­ab­schluss steu­er­li­chen Rat ein­zu­ho­len, damit ein anfangs sicher geglaub­ter Steu­er­vor­teil nicht ver­lo­ren geht.

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