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Erhe­bung der Umsatz­steuer ver­mei­den durch Ein­stu­fung als Klein­un­ter­neh­mer

Beträgt der Gesamt­um­satz zzgl. der dar­auf ent­fal­len­den Umsatz­steuer im letz­ten Kalen­der­jahr nicht mehr als 17.500 Euro und wird im lau­fen­den Jahr vor­aus­sicht­lich nicht 50.000 Euro über­stei­gen, wird die Umsatz­steuer für einen Groß­teil der unter das Umsatz­steu­er­ge­setz fal­len­den Umsätze nicht erho­ben.


Damit die soge­nannte Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UStG ange­wen­det wer­den kann, müs­sen einige Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein.

Nicht­über­schrei­tung der Gesamt­um­satz­gren­zen. Der Gesamt­um­satz zzgl. der dar­auf ent­fal­len­den Umsatz­steuer darf für das vor­an­ge­gan­gene Kalen­der­jahr nicht 17.500 Euro über­stei­gen und für das aktu­elle Jahr vor­aus­sicht­lich nicht höher als 50.000 Euro aus­fal­len. Wird die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit nur über einige Monate aus­ge­übt und nicht über das volle Jahr ist der Gesamt­um­satz auf 12 Monate hoch­zu­rech­nen. Erstreckt sich z.B. die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit nur auf drei Monate und beträgt der Gesamt­um­satz mit Umsatz­steuer hier­für 3.000 Euro, so beläuft sich der hoch­ge­rech­nete Jah­res­ge­samt­um­satz auf 12.000 Euro.

Ermitt­lung des Gesamt­um­sat­zes. Der Gesamt­um­satz umfasst grund­sätz­lich alle Lie­fe­run­gen und sons­ti­gen Leis­tun­gen des Unter­neh­mers, die im Inland erbracht wer­den und hier steu­er­bar sind. Aller­dings sind auch einige von der Umsatz­steuer befreite Umsätze nicht mit­ein­zu­be­zie­hen wie z.B. die umsatz­steu­er­freie Tätig­keit als Arzt. Des Wei­te­ren zäh­len u.a. Umsätze im Rah­men von inner­ge­mein­schaft­li­chen Erwer­ben, Ein­fuh­ren und nicht steu­er­ba­ren Leis­tun­gen im Aus­land nicht zum Gesamt­um­satz. Auch der Ver­kauf von Wirt­schafts­gü­tern des Anla­ge­ver­mö­gens schei­det aus dem Gesamt­um­satz aus. Die auf den ers­ten Blick rela­tiv schnell erreich­bar erschei­nen­den Umsatz­gren­zen kön­nen also mit­un­ter durch­aus unter­bo­ten wer­den.

Nicht­er­he­bung der Umsatz­steuer. Sind die Vor­aus­set­zun­gen für die Anwen­dung der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UStG erfüllt, so wird die Umsatz­steuer auf die meis­ten Umsätze des Klein­un­ter­neh­mers nicht erho­ben. Für die Ein­gangs­um­sätze kann dann aller­dings auch kein Vor­steu­er­ab­zug gel­tend gemacht wer­den. Inner­ge­mein­schaft­li­che Erwerbe und Ein­fuh­ren sind von der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung aus­ge­nom­men.

Hin­weis: In bestimm­ten Kon­stel­la­tio­nen wie z.B. bei hohen Inves­ti­tio­nen und Aus­gangs­um­sät­zen an vor­steu­er­ab­zugs­be­rech­tigte Unter­neh­mer kann es sinn­voll sein, auf die Anwen­dung der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung zu ver­zich­ten, um den Vor­steu­er­ab­zug zu bewah­ren. Die­ser Ver­zicht muss dem Finanz­amt mit­ge­teilt wer­den.

 

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